Tomaten im Innenhof: Grüne Liga startet Wettbewerb "Urbane Paradiese"

Mieter Manfred Grunwald (Latzhose) hat schon ein schönes Gartenschild gebaut. Die neuen Hofgärtner Birgit Stoberock (links), Günter Sölken und Planerin Elke Bendin freuen sich darüber. (Foto: Dirk Jericho)
 
Start in die Gartensaison. Die Mieter Susanne Sölken (Mitte) und Miriam Lotz bauen Hochbeete zusammen. Landschaftsplanerin Elke Bendin (links) hilft dabei. (Foto: Dirk Jericho)

Mitte. Der Umweltverband Grüne Liga ruft zum dritten Mal Nachbarn zu einem Stadtbegrünungswettbewerb. Der WBM-Mietergarten ROSI ist auch dabei.

Die Sanierung des Rosenthaler Quartiers zwischen Rosenthaler Straße und Gipsstraße mit 90 Wohnungen ist abgeschlossen, jetzt wird der grüne Innenhof zur Stadtoase. 15 Familien haben sich auf einer ungenutzten Freifläche Hochbeete gezimmert, in denen sie jetzt Salat, Tomaten, Kräuter, Erdbeeren und vieles mehr anbauen. Mietergarten ROSI nennt die Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) die grüne Stadtoase. In den kommenden Wochen entsteht hier ein urbanes Paradies.

Gemeinsam gärtnern, sich kennenlernen, Nachbarschaft leben - das möchte die WBM fördern und unterstützt die ROSI-Gärtner. Wasser zum Gießen, Material für die Hochbeete, Muttererde und Gartengeräte bezahlt das kommunale Wohnungsunternehmen. "Grüne Oasen werden immer wichtiger. Wir möchten eine neue Welle anschieben", sagte WBM-Chef Lars Ernst zum Gartenstart. "Mit dem Hofgarten möchten wir die Gemeinschaft in sonst anonymen Quartieren stärken", sagt Günter Sölken. Er hat sich als Mieter im Sanierungsbeirat engagiert, in dem die Idee zur ROSI-Oase entstanden ist. Die Wohnungsbaugesellschaft hat sogar eine Landschaftsplanerin finanziert. Elke Bendin hat gemeinsam mit den Bewohnern den ROSI-Garten konzipiert und wird die Initiative weiter begleiten. Viele Informationen und Tipps haben die Hofgärtner auch in zwei Workshops der Grünen Liga erhalten.

Der Umweltverband will mit dem Wettbewerb "Urbane Paradiese - unsere grünen Stadträume" weitere Grünprojekte ankurbeln. Öffentliche Brachen, Hinterhöfe, Dachgärten oder Baumscheiben - überall soll es schöner werden. Die grünen Oasen sind gut fürs Klima, dienen der Selbstversorgung mit Obst und Gemüse und sind wichtige Erholungs- und Begegnungsräume direkt um die Ecke. Bis Ende September können alle mitmachen, die schicke Gärten, blühende Kieztreffs oder sonstige Grünoasen bereits geschaffen haben oder noch bauen. Teilnehmende Projekte müssen zwischen dem 1. Januar 2012 und dem zweiten Quartal 2015 entstanden beziehungsweise begonnen worden sein. Die Gewinner erhalten attraktive Geld- und Sachpreise, zum Beispiel Einkaufsgutscheine für Stauden und Gehölze. Gefördert wird die Grünoffensive von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt.

Gute Chancen rechnet sich auch der ROSI-Mietergarten auf dem WBM-Hof aus, in dem der Begrünungswettbewerb offiziell gestartet wurde. Mieter Manfred Grunwald ist der handwerklich Begabte im ROSI-Team. Er hat schon mal ein schickes Gartenschild gebaut. Weitere Holzskulpturen sind in Arbeit. So etwas passiert eben, wenn sich Mieter mit ihrem Umfeld identifizieren und sich in ihrem Zuhause wirklich zu Hause fühlen. Einen Nachbarschaftsgarten vor dem Balkon hat schließlich nicht jeder. Leider gibt es in so großen Wohnanlagen auch immer wieder Mieter, die sich von aktiven Hausgemeinschaften gestört fühlen. Deshalb wurden vor dem neuen Garten vier Bäume gepflanzt. Als Sichtschutz, wie ein Hofgärtner sagt.

Alle Informationen und Unterlagen zum Grünwettwettbewerb "Urbane Paradiese" im Internet unter www.grueneliga-berlin.de.

Dirk Jericho / DJ
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