Berlins künftiger Zoo- und Tierparkdirektor stellt sich vor

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates Frank Bruckmann (rechts) und Pressesprecherin Claudia Bienek stellten Dr. Andreas Knieriem im Flusspferdhaus vor. (Foto: Wecker)

Charlottenburg. Seine erste Pressekonferenz in Berlin gab der zukünftige Zoo- und Tierpark Direktor Andreas Knieriem im Nilpferdhaus. "Ich bin in der Hauptstadt", sagte Dr. Andreas Knieriem zur Begrüßung der Pressvertreter. Das mediale Interesse am derzeitigen Direktor des Münchener Tierparks Hellabrunn war riesig. Der 48-Jährige leitet voraussichtlich ab Mitte nächsten Jahres den Berliner Zoo.

Im Nilpferdhaus traten sich die Journalisten auf die Füße. Knieriem trägt einen beigen Anzug mit einer Krawatte, auf der ein Affe und ein Krokodil abgebildet sind. Es ist seine Lieblingskrawatte. Dass er das Nilpferdhaus als Ort der Pressekonferenz ausgewählt hat, kommt nicht von ungefähr. In seinem Tierpark hat er eine solche Anlage schmerzlich vermisst.

1965 wurde Knieriem in den USA geboren, kam dann nach Berlin und promovierte an der FU über vergleichende Delphinpathologie. Anschließend arbeitete er zunächst im Duisburger Zoo. Später wechselte er nach Hannover und München. Als Tierarzt kümmerte er sich um Elefanten, Nashörner, Primaten, Raubtiere und im Wasser lebende Säugetiere.

Besonders schätzt der 48-Jährige die Blattameise. Alleine könnten die Insekten kaum überleben, zusammen errichteten sie große Lager, bauten sogar selbst Pilze an. Sie ernten in über 29 Schritten. Jeder einzelne ist einem bestimmten Individuum zugeordnet.

Er selbst vergleicht sich selbst lieber mit einem Orang-Utan. "Sie sind strukturiert und hartnäckig" sagt er. Außerdem seien sie friedlicher als andere Affen. "Hätte der Mensch weniger vom Schimpansen und mehr von Orang-Utan wäre die Welt eine bessere".

Was wird sich für den Berliner Zoo ändern? Andreas Knieriem verspricht wirtschaftliche Stabilität und höhere Servicequalität. Konzepte werden jedoch erst im nächsten Jahr erarbeitet. Bevor neue Tiere gekauft werden, möchte er erst mal die Lebensbedingungen der Zootiere verbessern. Zum Schutz mancher Arten könne auch der Bestand reduziert werden. Einen neuen Pandabären hätte er aber gerne. "Pandas gehören zu Berlin", sagt der künftige Berliner Zoo-Direktor.

In Hannover und München ist er dafür bekannt, Event-Zoos zu schaffen. Für Knieriem soll ein Zoobesuch allerdings auch Wissenswertes bieten. Bei Shows und Fütterungen würden besonders Kinder etwas über die Tiere lernen. Auch den Tierpark möchte er unbedingt erhalten. "160 Hektar freie Fläche sind für Berlin ein Zukunftsschatz".


Simon Grothe / sg
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