Theater in den Unterwelten spielt Stück über Tunnelfluchten

Das Theater in den Unterwelten spielt in einem alten Brauereikeller das Stück "Der Tunnel". (Foto: Holger Happel)

Mitte. Am 24. Mai feiert das Theater in den Unterwelten Premiere des Stücks "Im Tunnel". Unter der Bernauer Straße gab es mehrere Fluchttunnel, durch die Menschen aus dem Osten nach dem Mauerbau versucht haben, in Freiheit zu gelangen. Was erleben Familien, die ein solches Risiko eingehen? "Im Tunnel" will diesen und anderen Fragen nachgehen.

Das Theaterstück von Kai-Uwe Kohlschmidt ist eine Berliner Geschichte von Menschen, die unglaubliche Gefahren auf sich nehmen, um in Freiheit und Demokratie zu leben. Die Geschichte: In den 1960-er Jahren versucht eine Mutter, mit ihrem Kind durch einen Tunnel nach Westberlin zu fliehen. Wassereinbrüche, ein Stasi-Gegentunnel, Streit und Verrat sind nur einige der Hürden zwischen ihr und dem neuen Leben.

Die Inszenierung ist nach dem Audioweg "Flucht Tunnel" und dem gleichnamigen Hörbuch der letzte Teil der Trilogie zum Thema 50 Jahre Fluchttunnel, mit dem zum 50. Jahrestag an das verratene Tunnelprojekt vom 25. Mai 1963 in der Kremmener Straße erinnert werden soll. Das Unterwelten-Ensemble spielt in einem 2011 vom Verein Berliner Unterwelten entdeckten und freigelegten Tonnengewölbe der ehemaligen jüdischen Oswald-Berliner-Brauerei. Mit der Uraufführung von "Der Tunnel" wird der neue Spielort des Theaters eingeweiht. Der Brauereikeller befindet sich in der Brunnenstraße 143, nur wenige Meter von der Bernauer Straße, einem Brennpunkt der Tunnelfluchten zur Zeit des Kalten Krieges, entfernt.

Gegenüber in der Brunnenstraße 45 liegt der verratene Tunnel vom damaligen Fluchthelfer und Buchautor Hasso Herschel aus dem Jahr 1963. Nur ein paar Meter Luftlinie entfernt gelang 29 Menschen im September 1962 die spektakuläre Flucht durch den Tunnel 29. Die Ereignisse rund um diesen Fluchttunnel wurden 1999 von SAT.1 unter dem Titel "Der Tunnel" verfilmt.

Kai-Uwe Kohlschmidt arbeitet mit Videoprojektionen, die im alten Brauereikeller immer wieder neue Bühnebilder erschaffen. "Puppen- und Schauspiel sowie Zeitzeugenaufnahmen schlagen die Brücke zwischen Fiktion und Dokumentation", heißt es. Das Theaterstück wird gefördert durch die Stiftung Berliner Sparkasse, den Bezirkskulturfonds vom Bezirksamt Mitte und von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Premiere ist am 24. Mai um 20 Uhr. Am 25. Mai um 19 Uhr gibt es nach der Vorstellung noch ein Zeitzeugengespräch. Weitere Aufführungen gibt es am 31. Mai und an neun weiteren Tagen im Juni. Tickets kosten 20, ermäßigt 17 Euro. Reservierungen unter 48 47 90 30, montags bis freitags von 11 bis 15 Uhr, sowie im Internet unter www.berliner-unterwelten.de.

Dirk Jericho / DJ
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