Viel Post und viele Kranke: Der Briefkasten blieb in der Elberfelder Straße oft leer

"Hohe Sendungsmengen", hoher Krankenstand und "Höchstarbeitszeit" führten bei der Post in den vergangenen Wochen zu größeren Zustellproblemen. (Foto: KEN)

Moabit. Wie dumm, dass die Elberfelder Straße am Ende der Zustelltour liegt. Wenn dann noch Postboten krank sind, haben Anwohner das Nachsehen.

Seit einiger Zeit gibt es erhebliche Probleme bei der regelmäßigen Auslieferung der Briefpost in der Elberfelder Straße. An mehreren Werktagen in der Woche fände keine Zustellung statt, kritisieren Anwohner und wandten sich schließlich an den grünen Bundestagsabgeordneten Özcan Mutlu. Mehrfache Beschwerden der Betroffenen bei der Post hätten nichts genutzt, so Mutlu. Er nahm sich des Ärgernisses in seinem Wahlkreis an und schrieb selbst an die Deutsche Post und ihren Vorstandsvorsitzenden Frank Appel.

"Gerade vor dem Hintergrund der neuerlichen Preiserhöhung zum 1. Januar 2016 darf eine regelmäßige Postzustellung als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt werden“, meint Mutlu. Der normale Inlandsbrief kostet jetzt 70 Cent. In seinem Brief bat der Moabiter Bundestagsabgeordnete Post-Chef Appel, „alles in Ihrer Macht Stehende zu tun, damit eine tägliche und rechtzeitige Auslieferung durch die Deutsche Post sichergestellt werden kann“.

Arbeitszeit reichte nicht aus

Eine persönliche Antwort von Frank Appel erhielt Özcan Mutlu freilich nicht. Für ihn taten das Rainer Wend und Alexander Rometsch-Steinmann von der Abteilung „Politik und Regulierungsmanagement“ des Unternehmens. Die Mitarbeiter der Bonner Post- und DHL-Zentrale haben das Problem in der örtlichen Zustellorganisation geortet. Sie stellten fest, dass im Zustellbezirk, zu dem die Elberfelder Straße gehört, „Anfang Januar außergewöhnlich hohe Sendungsmengen vorlagen“. Die eingesetzte Postbotin habe deshalb die Sendungen in der gesetzlich zugelassenen „Höchstarbeitszeit“ nicht zustellen können. Hinzugekommen sei ein „deutlich erhöhter Krankenstand in dem zuständigen Zustellstützpunkt“. Andere Postboten mussten übernehmen mit der Folge, dass auch sie ihre Tour mehrfach aus Zeitgründen abbrachen. Da die Elberfelder Straße am Ende der Zustelltour liegt, blieben die Anwohner an manchen Tagen ohne Post. Wend und Rometsch-Steinmann versicherten, dass die Zahl der kranken Mitarbeiter in Moabit nicht mehr so hoch sei. Die Situation habe sich wieder entspannt.

Die „Postuniversaldienstleistungsverordnung“, schlicht „Pudel“, schreibt, egal ob in der Stadt oder in entlegenen Regionen, die Zustellung an sechs Tagen in der Woche vor. Normalerweise gelangt ein Brief von A nach B in einem Tag. Überwacht wird die Deutsche Post von der Bundesnetzagentur in Bonn. Zuletzt gab es bundesweit Beschwerden über leere Briefkästen am Montag. KEN
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