In Rixdorf ist Popráci: Spaß und gute Laune auf dem Richardplatz

Viel Spaß gibt es beim „Popráci“, dem Rixdorfer Strohballenrollen. (Foto: Klaus Teßmann)
 
Rud 30 Mannschaften werden in diesem Jahr um den inoffiziellen Weltmeistertitel kämpfen. (Foto: Klaus Teßmann)
Berlin: Popráci |

Neukölln. Am 10. September dreht sich auf dem Richardplatz wieder alles ums Stroh. 200 Kilo schwere Strohballen werden auf den Platz gerollt.

Rund 30 Teams haben sich in diesem Jahr zum „Popráci“, dem Rixdorfer Strohballenrollen angemeldet und wetteifern um den inoffiziellen Weltmeistertitel. Veranstalter ist die Künstlerkolonie Rixdorf, die zum neunten Mal das Straßenfest ausrichtet. Es soll an die landwirtschaftliche Vergangenheit von Rixdorf/Neukölln erinnern und an die böhmischen Siedler, die 1737 nach Rixdorf kamen und sich dort eine neue Heimat schufen.

Das Motto des diesjährigen Festes lautet aus aktuellem Anlass "Flucht und Flüchtlinge - damals und heute". Am geschichtsträchtigen Richardplatz wird im Rahmen der Rixdorfer Festspiele eine jahrhundertealte Tradition zelebriert. In Vierer-Teams werden Strohballen um den Richardplatz gerollt.

Neben dem Spaß geht es vor allem auch um Völkerverständigung. Es ist Tradition, dass der tschechische Botschafter in Deutschland, Tomáš Jan Podivínský, und die Bürgermeisterin von Neukölln, Dr. Franziska Giffey, gemeinsam die Schirmherrschaft übernommen haben.

Parallel zum Strohballenrollen eröffnet eine Ausstellung, die sich unter dem Namen „Willkommen im Böhmischen Dorf“ mit dem Thema Flüchtlinge beschäftigt. Die Video-Installation Rixdorfer Bühne Medial setzt dabei Böhmische „Exilanten“ neben heutige „Flüchtlinge“ und stellt historische Zitate neben aktuelle. Die zentral platzierte Installation bietet zudem einen Sitzplatz vor der Kamera an. Unter dem Motto „Fluss der Gesichter“ können Besucher Teil der Installation werden.

Bereits Mitte August hat ein kleines Festival in der Partnerstadt Usti nad Orlici stattgefunden. Eine 22-köpfige Delegation aus Rixdorf war angereist, um an der böhmischen Variante des „Popráci’, des Strohballen-Rollens teilzunehmen. Am Vorabend wurden die Gäste durch den Bürgermeister der Stadt, Petr Hajek, persönlich empfangen.

In diesem Jahr waren acht Teams an den Start gegangen. Die Neuköllner scheiterten jedoch beim Wettkampf und kamen auf den undankbaren 4. Platz. Trotzdem freuten sie sich, weil es die beste Platzierung war, die ein Team aus Berlin bisher errungen hat.

Unter den angetretenen Teams war auch die Feuerwehr einer polnischen Partnerstadt. Die Feuerwehrleute aus Horni Cermna schafften die 222 Meter lange Runde mit dem 200 kg schweren Strohballen in 97 Sekunden. Am 10. September treten sie nun auf dem Richardplatz an und gehen beim „Popraci“ an den Start. Für die Neuköllner bleibt die spannende Frage, ob auch in diesem Jahr erneut ein Team aus Tschechien den Sieg einfährt oder ob sie endlich einmal gewinnen.

Neben weiteren kulturellen Beiträgen, Acts und kulinarischen Angeboten werden Bands mit Ska, Hip Hop, Rap, Soul, Reggae, Afro Beats und traditionellen afrikanischen Klängen das Strohballenvolk zum Tanzen bringen.

Das Fest am Richardplatz wird um 14 Uhr mit der Vorstellung der Mannschaften eröffnet. Rund um den Richardplatz gibt es Bühnen und Markstände. Um 16 Uhr beginnt der „Rixdorfer Reigen“, die historische Modenschau auf dem Hof von Kutschen Schöne. Weitere Informationen: http://www.popraci.de. KT
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