Neuköllner Oper seit 25 Jahren in der Passage

Die Neuköllner Oper, die 1972 als studentischer Opernchor begann, begeht in diesem Monat ihr 25-jähriges Jubiläum am Standort Passage. (Foto: Sylvia Baumeister)

Neukölln. Aus einem studentischen Kammerchor, den der Kirchenmusiker Winfried Radeke 1972 übernahm, entstand sich die Neuköllner Oper. Musiktheaterprojekte wurden in Fabriketagen, Theatern und Kirchen aufgeführt. In der Passage in der Karl-Marx-Straße fand die man 1988 endlich ein Zuhause.

Einem glücklichen Zufall ist es zu verdanken, dass der Bezirk die Neuköllner Oper in der Passage hat. Unter der Leitung des Kirchenmusikers und Komponisten Winfried Radeke war das Musicaltheater, das 1972 als studentischer Kammerchor begonnen hatte, mit seinen Musikproduktionen an zahlreichen Orten aufgetreten. Mitte der 80er Jahre suchte man einen festen Standort. Die ehemalige Kulturamtsleiterin Dr. Dorothea Kolland kam schließlich auf die Idee, dass die Oper ein leerstehendes Möbellager in der dritten Etage der Passage mieten könnte. "Die Vögel" nach Aristophanes war eines der ersten Stücke, das in der Passage nach der denkmalgerechten Sanierung in der Spielsaison ab September 1988 uraufgeführt wurde."Alles war hier anfangs sehr beengt. Wir hatten nur den Saal sowie ein Zimmer für die Technik und Verwaltung", erzählt Andreas Altenhof, seit 2002 Mitglied im Direktorium. Mit den Jahren erweiterten sich die Räumlichkeiten und damit auch die Möglichkeit, endlich gleichzeitig Proben und Aufführungen zu realisieren.

Mit Peter Lund kam 1996 ein Regisseur und Künstlerischer Leiter, der die Oper mit Inszenierungen wie "Das Wunder von Neukölln" zum Trendsetter des deutschen Musicals machte. Sein Nachfolger wurde 2004 der Dramaturg und Autor Bernhard Glocksin, der das Haus mit Andreas Altenhof und Laura Hörold führt. Noch heute produziert Peter Lund ein Musical pro Jahr: "Bei uns läuft es anders als in anderen Theatern. Jeder, der mal dabei war, bleibt dem Haus treu", so Altenhof.

Die Produktivität der Oper steigerte sich mit den Jahren deutlich, von anfangs zwei bis drei Produktionen auf zehn bis zwölf im Jahr, meist Uraufführungen. Dazu kommen viele Koproduktionen mit Studenten der Universität der Künste sowie Nachwuchs-Wettbewerbe wie der Berliner Opernpreis mit der Gasag und die Kinder- und Jugendarbeit. Seit 1988 gab es fast 160 Produktionen. Inhaltlich greift die Oper Themen auf, die sie zeitgemäß verarbeitet und stets eigens komponiert, wie AIRossini, die als klassische Oper von Rossini auf eine heutige Flughafengeschichte umgeschrieben wurde. "Wir sind fest verwurzelt in diesem Kiez, der ein Mikrokosmos von Menschen aus vielen Ländern und ein unglaublich vitaler Stofflieferantist", sagt Altenhof. Deshalb werde die Oper ihren Blick zukünftig noch weiter als bisher in die Welt richten.


Sylvia Baumeister / SB
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