Müll, Gestank, Ratten: Bürgermeisterin zum Obdachlosenproblem in Grünanlagen

[span class="docTextLocation"]Neukölln.[/span] Obdachlose übernachten oft in Grünanlagen. Erst kürzlich hat das Ordnungsamt den Hertzbergpark und einen Spielplatz geräumt. Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) erläuterte bei der jüngsten Bezirksverordnetenversammlung die Hintergründe.

Anlass war eine Anfrage der Linken, die die Vertreibung kritisierten. Schließlich könne der Bezirk nicht genug Schlafplätze für Obdachlose zur Verfügung stellen. Giffey erklärte, um wen es sich bei den Wildcampern handelte. „Fast alles junge Männer aus demselben Ort in Süd-Rumänien.“ Als EU-Bürger hätten sie weder ein Recht auf Sozialleistungen noch auf Unterbringung in Notquartieren.

Die Männer kämen im Sommer nach Berlin, um zu betteln. Aber nicht auf eigene Faust. Es sei „von gezielten Schleusungen und skrupellosen Menschenhändlern“ auszugehen. So haben Mitarbeiter des Ordnungsamtes beobachtet, wie die Männer ihre Tageseinnahmen abliefern mussten. Allerdings fehle es an gerichtsverwertbaren Beweisen.

Zurück zu den Nachtlagern. Sie seien im Nu vermüllt gewesen. „Schlafutensilien, Altkleider, offenbar aus aufgebrochenen Containern, Lebensmittelreste, menschliche Ausscheidungen“, zählt die Bürgermeisterin auf. Die Folge: enormer Rattenbefall. Besonders dramatisch war die Lage auf dem Spielplatz an der Ecke Harzer und Treptower Straße. „Die Ratten hatten sich auf die benachbarte Kita ausgebreitet. Der Urin- und Kotgeruch war und ist ekelerregend“, so Giffey.

Bevor das Ordnungsamt tätig werde, suchten immer Caritas-Mitarbeiter das Gespräch mit den Obdachlosen. Würden minderjährige, schwangere oder kranke Menschen angetroffen, kümmerten sich Sozialarbeiter um sie. Den anderen werde erklärt, dass eine Übernachtung in öffentlichen Grünanlagen nicht zu dulden sei. Außerdem gebe es das Angebot, sie bei der Rückreise in die Heimat zu unterstützen. Das muss aber niemand annehmen, weil EU-Bürger nicht ausgewiesen werden dürfen. Giffey betonte, das Nächtigen in Grünanlagen sei grundsätzlich verboten. "Um eine Verdrängung des Problems von Stadteil zu Stadtteil zu vermeiden, ist eine landesweite Strategie erforderlich." sus
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