Neukölln für gerechten Handel: Bezirk will "Fair Trade Town" werden / Beschluss wird am 19. Juli erwartet

Neukölln. Der Bezirk soll stärker auf eine gerechtere Wirtschaft setzen und „Fair Trade Town“ werden. So will es die Mehrheit der Bezirksverordneten.

Fast 500 deutsche Städte und Gemeinden können sich bereits mit dem Zertifikat schmücken. Vergeben wird es von "TransFair – Verein zur Förderung des Fairen Handels mit der ‚Dritten Welt‘“.

Fair Trade - fairer Handel - bedeutet, dass den Produzenten von Kaffee, Bananen, Blumen, Textilien & Co. ein angemessener Preis bezahlt wird, der nicht den dauernd schwankenden Marktentwicklungen unterworfen ist. Davon sollen vor allem Kleinbauern, Kooperativen und Plantagenarbeiter in den Entwicklungsländern profitieren.

„Neukölln ist wie kaum ein anderer Bezirk dazu geeignet, Ideen für ein gerechteres Wirtschaften weiterzuentwickeln. Hier gibt es bereits eine Vielzahl von Läden, Vereinen, Initiativen und Einzelpersonen, die sich in dieser Hinsicht engagieren“, sagt Grünen-Fraktionsvorsitzender Bernd Szczepanski, der den Antrag gestellt hat, an der Kampagne „Fair Trade Town“ teilzunehmen.

Die SPD und die CDU haben sich dem Antrag angeschlossen. Voraussichtlich wird er am 19. Juli von der Bezirksverordnetenversammlung beschlossen. Dann gilt es, einige Bedingungen zu erfüllen. Eine Steuerungsgruppe, die alle Aktivitäten auf dem Weg zur „Fair Trade Town“ koordiniert, ist zu gründen. Außerdem muss eine Mindestanzahl an Geschäften, Restaurants und Cafés mindestens zwei faire Produkte im Sortiment haben. Bei 330 000 Neuköllner Einwohnern sind es 43 Einzelhandelsläden und 22 gastronomische Betriebe – eine Quote, die höchstwahrscheinlich schon jetzt erfüllt ist. Auch öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Vereine und Kirchengemeinden sind ins Boot zu holen, allen voran das Bezirksamt selbst. Bei Veranstaltungen soll beispielsweise nur noch fair gehandelter Kaffee ausgeschenkt werden. „Nachhaltiges Wirtschaften soll sich zu einem wichtigen Standortfaktor Neuköllns entwickeln“, betont Szczepanski. Die Steuerungsgruppe müsse die Vielfalt der Akteure im Bezirk widerspiegeln.

Nähere Infos auf www.fairtrade-towns.de. sus
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