Der Malrucksack ist immer dabei: Thorleif Neuer präsentiert eine Auswahl seiner Aquarelle

Dieses Aquarell malte Thorleif Neuer in Paris bei Dämmerlicht. (Foto: Bernd Wähner)
Berlin: Brosehaus |

Niederschönhausen. „Ein Pankower auf Reisen“ heißt die neue Ausstellung im Brosehaus. Und wenn man sich die farbenfrohen Aquarelle von Thorleif Neuer ansieht, dann bekommt man richtig Lust auf Urlaub.

„Wenn ich verreise, habe ich immer meinen Malrucksack dabei“, sagt Thorleif Neuer. In ihm befinden sich ein Skizzenbuch, ein Malblock, Tusche und Pinsel. „Der Rucksack selbst dient mir als Hocker. Das ist zwar nicht immer sehr bequem, aber zum Malen reicht es.“ Ehe ein großes Aquarell entsteht, skizziert der Künstler sein Motiv zunächst in kleinerem Format. Das dauert zehn Minuten. „Beim Skizzieren kann ich dann schon die Bildaufteilung, den goldenen Schnitt und die Perspektive festlegen. Außerdem merke ich, wo ich beim Malen noch etwas anders darstellen müsste“, erklärt er seine Arbeitsweise.

Danach wird alles mit Aquarellfarbe auf das große Blatt übertragen. Das alles geschieht schnell, spontan und an der frischen Luft. Da kommt es dann auch schon mal vor, dass ein Windzug die Farbe etwas verwischt. Aber gerade das macht den Reiz und die Natürlichkeit der Bilder von Thorleif Neuer aus. So entstanden Bilder von Küstenlandschaften und Häfen an der Ostsee, Aquarelle von Gegenden entlang des Rheins, der Themse, der Sine, Stadtansichten von Paris und London sowie gemalte Reiseimpressionen aus Portugal und Belgien.

In der Ausstellung sind aber auch einige Pankower Motive zu sehen. Dazu gehört eine Straßenansicht Richtung Rathaus, aber auch ein Bild vom Brosehaus. Mit dem Bezirk ist der Künstler eng verbunden. Er kam vor 78 Jahren in Pankow-Heinersdorf zur Welt. Nach dem Abitur am Weißenseer Gymnasium studierte er Architektur und Grafik an der Kunsthochschule Weißensee. Gearbeitet hat Thorleif Neuer dann als Stadtplaner. „Ich war vorwiegend im Wohnungsbau tätig. Unter anderem habe ich an neuen Häusern am Hackeschen Markt mitgearbeitet.“ Doch die Arbeit bedeutete auch viel Stress. „Richtig Spaß gemacht, hat das nicht mehr“, gesteht Neuer. Ende der 90er-Jahre zog er sich dann aus dem Job zurück.

„Da begann ich, verstärkt wieder zu malen“, sagt er. „Schon als Kind malte ich viel. Damit hörte ich eigentlich nie auf. Neben meiner Arbeit fertigte ich zu DDR-Zeiten viele Grafiken für Zeitungen und Zeitschriften an. Da ging es zum Beispiel um Möbel oder Innenausstattungen. Solche Grafiken waren sehr gefragt.“ Aber Ende der 90er-Jahre entdeckte er dann sein Faible für das Malen von Landschaften. Er nahm sich einen Zeitwohnsitz in Freest an der Ostsee. „An der frischen Luft und bei dem besonderen Licht die Schiffe, den Strand, die Dünen und das Meer zu malen ist für mich Entspannung.“ Die Freude an der Landschaftsmalerei im Freien nahm Thorleif Neuer fortan auch mit auf Reisen. BW

Eine Auswahl von 30 Bildern zeigt er nun bis zum 17. Juli in der Dietzgenstraße 42. Die Ausstellung ist mittwochs und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Mehr zum Künstler erfährt man auf www.thorleif-neuer-aquarelle.de.
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