"Mister Pankow" Helmut Hampel leistet Lobbyarbeit für den Bezirk

Helmut Hampel vor dem Pankower Rathaus. Foto: BW (Foto: Bernd Wähner)

Pankow. Für langjährige Weggefährten ist Helmut Hampel schlicht „Mister Pankow“. Dass er jetzt seinen 80. Geburtstag feiert, lässt viele stutzen. Sie können es nicht glauben. Denn er ist agil und rührig wie und je.

Helmut Hampel ist auch im Alter immer für eine Überraschung gut. So verblüffte er viele im vergangenen Jahr als Alter Fritz. Was war passiert: Der Bürgerverein Französisch Buchholz feierte zu den Buchholzer Festtagen 2015 sein 25-jähriges Jubiläum. Es sollte ein großer Festumzug stattfinden. Man wollte natürlich auch einen Alten Fritz dabei haben. Der preußische König sorgte vor über 300 Jahren schließlich dafür, dass die Hugenotten in die Region und so auch nach Buchholz kamen.

„Helmut, willst du das nicht machen, du läufst doch immer schon etwas gebückt, fragte man mich“, erinnert sich Hampel. „Ich überlegte erst. Aber als man mir dann meine Gemahlin für den Festumzug vorstellte, schlüpfte ich ganz in die Rolle des Alten Fritz. Wir liehen uns Kostüme aus dem Adlershofer Fundus aus. Und damit liefen wir nicht nur beim Buchholzer, sondern auch beim Rosenthaler Festumzug des vergangenen Jahres mit. Das machte mir einen Heidenspaß!“

Helmut Hampel ist in den Alt-Pankower Ortsteilen bei allen, die sich für Politik und das Leben in ihrem Bezirk interessieren, bekannt wie ein bunter Hund. Er gründete Anfang der 90er-Jahre den Verein Für Pankow mit und ist heute dessen Ehrenvorsitzender.

Als Anfang des Jahrtausends in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) nach der Fusion der Bezirke Pankow, Weißensee und Prenzlauer Berg darum gestritten wurde, wie der Großbezirk heißen soll, war für Helmut Hampel klar, dass er nur Pankow heißen kann. Das Pankower Urgestein führte seinerzeit viele Gespräche mit Bezirkspolitikern, leistete Überzeugungsarbeit. Letztlich setzte sich „Pankow“ durch. Nicht zuletzt sein Engagement in der Namensfrage brachte Helmut Hampel seinen Spitznamen „Mister Pankow“ ein.

Der 80-Jährige ist allerdings nie Berufspolitiker gewesen. Er ist von Beruf Kfz-Handwerksmeister. Jahrelang arbeitete er im VEB Kraftfahrzeuginstandsetzungsbetrieb, der heutigen K.I.B. GmbH Pankow. Da er nicht Mitglied der SED war, blieben ihm in dem Betrieb mit über 1000 Beschäftigten höhere Leitungspositionen verwehrt.

Gemeinsam mit Kollegen aus der mittleren Leitungsebene kümmerte sich Hampel aber in der Wendezeit darum, dass es mit dem Betrieb weiterging. Sie waren die ersten aus dem Osten, die bei Mercedes auf der Matte standen. Als Abteilungsleiter der K.I.B. GmbH stieg Helmut Hampel aus dem Berufsleben aus, um sich voll und ganz ehrenamtlichen Aufgaben zu widmen.

Bereits seit 1953 ist er SPD-Mitglied. Da er der Partei auch zu DDR-Zeiten die Treue und weiter Kontakt zu Genossen im Westen hielt, kann er auf eine mittlerweile 63-jährige Mitgliedschaft zurückblicken. Nach dem Fall der Mauer wurde er sofort wieder politisch aktiv und war kurze Zeit SPD-Kreisvorsitzender in Pankow. Von 1991 bis 2001 leitete er dann die SPD-Fraktion der Pankower BVV. Weggefährten fasziniert vor allem die Ruhe und Gelassenheit Helmut Hampels. Auch in aufgeheizten Diskussionen erlebte man ihn nie unfreundlich, auch wenn es manchmal hart zur Sache ging.

Heute ist Helmut Hampel immer noch aktiv. Man trifft ihn immer wieder auf Veranstaltungen. Und er hilft selbst bei der Vorbereitung von Veranstaltungen mit, zuletzt zum Beispiel bei „Jazz im Park“ zu Pfingsten. BW
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