Polizei warnt: Täter haben bei Kellereinbrüchen häufig leichtes Spiel

Polizeikommissar Dirk Mönchmeier kümmert sich im Polizeiabschnitt 16 um Kellereinbrüche. (Foto: BW)

Prenzlauer Berg. Die Polizisten des Abschnitts 16 machen derzeit mit Faltblättern und Aktionen auf die Zunahme von Kellereinbrüchen aufmerksam.

Der Abschnitt ist für den östlichen Teil von Prenzlauer Berg zuständig. Aber auch im benachbarten Abschnitt 15, der für den westlichen Teil des Ortsteils zuständig ist, wird ein Anstieg registriert. Damit die Bürger ihr Eigentum besser schützen, verstärken beide Polizeiabschnitte ihre Präventionsarbeit zu diesem Thema. Unter anderem werden Faltblätter mit dem Titel "Achtung! Kellereinbrecher im Prenzlauer Berg" verteilt.

Im Polizeiabschnitt 16 beschäftigt sich seit einigen Monaten Polizeikommissar Dirk Mönchmeier mit einem Kollegen ausschließlich mit Kellereinbrüchen. Eigentlich war das bislang Aufgabe der einzelnen Dienstgruppen. Damit aber Tatmuster besser erkannt werden können, sind inzwischen zwei Sachbearbeiter mit diesem Thema befasst. "Kellereinbrüche gibt es seit Jahren in Prenzlauer Berg", sagt Dirk Mönchmeier. "Aber Ende vergangenen Jahres gab es einen rasanten Anstieg, und der Pfeil in der Statistik zeigt bis heute weiter nach oben. Wir bemerken das Phänomen, dass in etlichen Kellern inzwischen sogar ein zweites Mal eingebrochen wurde."

Ziel der Einbrecher sind vor allem Altbauten, zum Beispiel im Winsviertel, rund um den Wasserturm oder im Bötzowviertel. "Die Täter haben es in den über 100 Jahre alten Häusern oft leicht, in die Keller zu gelangen", so Dirk Mönchmeier. Manche Häuser sind zwar oben schick saniert, aber in den Kellern sieht es teilweise noch so aus wie vor 100 Jahren.

Hinzu kommt, dass in manchen Häuserzeilen die Keller der einzelnen Häuser miteinander verbunden sind. Das ist noch ein Überbleibsel aus dem vergangenen Weltkrieg, als die Hausbewohner dort bei Bombenangriffen Schutz isuchten. "Da genügt es den Tätern manchmal, wenn sie in einem Haus einen Zugang finden", sagt der Polizist.

Über die Täter kann die Polizei noch keine Aussagen treffen. "Früher sind wir bei Kellereinbrüchen von sogenannter Beschaffungskriminalität ausgegangen", meint Mönchmeier. Heute sind sicher auch gut organisierte Banden dabei. Die brechen in die Keller ein, nehmen Wertvolles mit und verkaufen es dann anonym, zum Beispiel übers Internet. Gestohlen wird fast alles, was Wert hat. Autoreifen, Fahrräder, Bekleidung, Skiausrüstungen, Taucher-Equipment, aber auch Konserven und Alkohol. "Für uns ist immer wieder erstaunlich, was die Leute alles im Keller haben", erklärt der Polizist.

Dirk Mönchmeier und seine Kollegen müssen aber auch feststellen, dass viele Bürger fahrlässig handeln. Da gibt es zum Beispiel immer wieder Haus- und Kellertüren, die nicht verschlossen werden. Zugänge zum Haus und Keller sollten stets verschlossen sein. Trifft man auf fremde Personen im Haus oder im Hof, sollte man sie ansprechen.

Im Keller selbst sollte man nur Dinge aufbewahren, für die sich ein Einbruch nicht lohnt. Fahrräder sollten auch dort immer abgeschlossen werden. Wird der Kellerverschlag doch aufgebrochen, sollte sofort die Polizei unter 110 verständigt werden. So kann die Polizei die Tatzeit rekonstruieren und eventuell Spuren sichern.

Weitere Tipps gibt es auch bei der Beratungsstelle Einbruchschutz der Berliner Polizei unter 46 64 97 99 99.

Bernd Wähner / BW
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