Nach fünf Jahren ist Schluss: Die Staatsgalerie verabschiedet sich mit einer letzten Schau

Fünf Jahre war die Staatsgalerie Prenzlauer Berg in der Greifswalder Straße 218 zu Hause. (Foto: Bernd Wähner)
Berlin: Staatsgalerie Prenzlauer Berg |

Prenzlauer Berg. „Öffentliche Demontage“ heißt die vorerst letzte Ausstellung der Staatsgalerie Prenzlauer Berg. Sie muss ihre Räume in der Greifswalder Straße 218 verlassen.

Die Staatsgalerie eröffnete vor knapp fünf Jahren. Seitdem zeigte die von einer Künstlerinitiative getragene Einrichtung über 90 Ausstellungen. Präsentiert wurde eine Mischung aus Malerei und Fotografie.

In den Räumen fanden aber auch über 200 Veranstaltungen statt. Lesungen und Konzerte waren ebenso dabei wie Film- und Buchpremieren, Bankette und Salons. Im Gründungs-Kommuniqué der Galerie war davon die Rede, dass die Räume ein Veranstaltungsort werden sollten, der „sich zum Größenwahn seiner kulturellen Ausrichtung bei höchst ungewisser Kostendeckung bekennt“. Glücklicherweise fanden sich in den zurückliegenden Jahren Sympathisanten und Unterstützer, die zur Kostendeckung beitrugen.

Mal mehr, mal weniger

Auch das Kulturamt Pankow stellte zwei Jahre lang eine Förderung zur Verfügung. Schließlich gelang es, durch Verkäufe von Kunstwerken und die gut besuchten Veranstaltungen, dass „die Galerie mal mehr, mal weniger im Rahmen der ökonomischen Gesetzmäßigkeiten von Sollen und Haben-Wollen“ weiter bestehen konnte, erklärt Henryk Gericke von der Staatsgalerie.

Nach fast fünf Jahren stand nun die Neuverhandlung des Mietvertrages an. „Da war es wenig erstaunlich, dass die Vorstellungen des Hauseigentümers zu dem, was eine künstlerische Initiative über die Selbstausbeutung hinaus zu leisten imstande ist, nicht kongruent sein konnten“, fasst Gericke das Ergebnis zusammen. Die Galerie im Haus war zwar gewollt, aber die Kunst zu fördern, sei nicht vorgesehen gewesen.
Deshalb schließt die Staatsgalerie Prenzlauer Berg nun ihre Räume. Aber die Künstlerinitiative macht sich auf die Suche nach neuen, und wahrscheinlich wird sie 2016 an einem anderen Ort eröffnen.

Bevor sie aber an der Greifswalder Straße endgültig ihre Türen schließt, findet eine letzte Ausstellung statt. Diese wird am 23. Juli von 19 bis 22 Uhr eröffnet. Zu sehen sind Bilder von Künstlern, die das Programm der Staatsgalerie prägten. Die Ausstellung ist am Freitag von 14 bis 19 Uhr sowie am 25. Juli von 13. bis 18 Uhr zu besichtigen. Die Finissage beginnt danach um 19 Uhr, um 20 Uhr wird der Schriftzug der Galerie öffentlich demontiert. BW

Weitere Informationen auf www.staatsgalerie-prenzlauerberg.de.
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