Schauspieler Horst Buchholz mit einer Gedenktafel geehrt

Vor der Gedenktafel: Sohn Christopher Buchholz und seine Mutter Myriam Buchholz-Bru, Gasag-Chef Stefan Grützmacher und Regisseur Wim Wenders. (Foto: BW)

Prenzlauer Berg. Horst Buchholz war ein Junge aus dem Kiez, der zum internationalen Star wurde. Seine Kindheit verbrachte er vor allem im Haus in der Sodtkestraße 11. In diesem lebte seine Familie von 1938 bis 1951. Seit Kurzem erinnert eine Gedenktafel neben dem Hauseingang an den berühmten Schauspieler.

Initiiert wurde die Berliner Gedenktafel von der Senatskulturverwaltung und dem Verein Aktives Museum. Gesponsert wurde die Herstellung der weißen Porzellantafel von der Gasag.

Horst Buchholz kam 1933 als uneheliches Kind von Maria Hasenkamp zur Welt. Seinen leiblichen Vater lernte er nie kennen. Seine Mutter gab ihn zunächst in eine Pflegefamilie. Nachdem sie den Schuhmacher Hugo Buchholz geheiratet hatte, holte sie ihn zurück. So verbrachte er seine Kindheit in der Carl-Legien-Siedlung.

Horst Buchholz war noch Schüler, als es ihn auf die Theaterbühne zog. Zunächst spielte er als Statist bei Inszenierungen im Metropol-Theater mit. Er war von der Schauspielerei so begeistert, dass er die Schule abbrach. Danach hatte er Engagements an mehreren Berliner Bühnen. Er hatte bereits erste Filme gedreht, als er 1956 für die Rolle des "Freddy" in dem Kinofilm "Die Halbstarken" gebucht wurde. Er spielte den Anführer einer Jugendclique. Die Rolle des rebellischen Jugendlichen war ihm auf den Leib geschrieben. Sie wurde sein großer Durchbruch, und Horst Buchholz wurde zu einem Idol junger Leute in West und Ost.

Es folgten weitere erfolgreiche Filme wie "Endstation Liebe" oder "Monpti", in dem er die männliche Hauptrolle neben Romy Schneider spielte. Anfang der 60er-Jahre wirkte er dann in zwei Filmen mit, die ihn zum Weltstar machten: "Die glorreichen Sieben" und "Eins, Zwei, Drei". Danach war Horst Buchholz auf Bühnen und in Studios weltweit ein gefragter Schauspieler. Besonders berührt habe ihn allerdings seine letzte Rolle, sagt sein Sohn Christopher Buchholz zur Enthüllung der Gedenktafel. Er spielte den deutschen KZ-Arzt in Roberto Benignis Streifen "Das Leben ist schön".

Horst Buchholz starb 2003 in der Charité an einer Lungenentzündung. Beigesetzt ist er in einem Ehrengrab des Landes Berlin auf dem Friedhof an der Heerstraße. Nun gibt es auch am Ort seiner Kindheit eine Würdigung für Horst Buchholz. Zur Enthüllung der Gedenktafel durch Berlins Kulturstaatssekretär Tim Renner (SPD) reiste neben Sohn Christopher auch seine Witwe Myriam Buchholz-Bru an. Auch die Regisseure Wim Wenders und Volker Schöndorf waren mit dabei.


Bernd Wähner / BW
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