Sporthallen erst 2017 nutzbar: Es fehlen neue Flüchtlingsunterkünfte

Reinickendorf. Im Bezirk leben noch 846 geflüchtete Menschen in Sporthallen. Unklar ist, wann diese leergezogen werden

Nach Auskunft von Integrations- und Sozialstadtrat Uwe Brockhausen (SPD) wurden insgesamt fünf Hallen im Bezirk als Notunterkünfte genutzt. Dazu gehören die der Senatsbildungsverwaltung unterstehenden Hallen der beiden Oberstufenzentren an der Cyclop- und der Kühleweinstraße, die Sporthallen der Mark-Twain- und Ellef-Ringnes-Grundschule sowie des Thomas-Mann-Gymnasiums. Die Halle der Mark-Twain-Grundschule ist nicht mehr bewohnt, allerdings rechnet Brockhausen damit, dass sie erst im zweiten Quartal 2017 von der Schule wieder genutzt werden kann. Grund sind Abstimmungen von Verwaltungen über die Sanierung.

Ursprünglich wollte der Berliner Senat bis Jahresende alle Hallen freiziehen. Das funktioniert nicht wegen fehlender anderer Unterbringungsmöglichkeiten. Auch über die vier anderen Hallen besteht damit Ungewissheit.

Anlass für Brockhausens Auskünfte in der Bezirksverordnetenversammlung vom 9. November war eine Große Anfrage der AfD. Sprecher aller anderen Parteien betonten, dass die Belegung von Sporthallen im vergangenen Jahr der Notsituation geschuldet war, sehr schnell viele Menschen vor Obdachlosigkeit bewahren zu müssen. Zugleich beschrieben sie die Belastungen für Schulen und Sportvereine.

Rassismus-Vorwurf gegen AfD-Mitglied

Klaus-Hinrich Westerkamp (Bündnis 90/Die Grünen) verwies darauf, dass gerade die AfD für das Problem keine Lösung biete: „In Ihrem Wahlprogramm lehnen Sie Flüchtlingsunterkünfte ab, und kritisieren die Belegung der Hallen. Das ist ein Widerspruch“, sagte er in Richtung AfD.

Dieser warf zuvor David Jahn (FDP) vor, mit Rino Schmiedel einen „Rassisten und Reichsbürger“ in ihren Reihen zu dulden, was AfD-Fraktionsvorsitzender Rolf Wiedenhaupt als „Pauschalurteil über einen Menschen, den Sie nicht kennen“, zurückwies. Schmiedel gehöre nicht zu den Reichsbürgern, die die Bundesrepublik als Staat ablehnen, erklärte Wiedenhaupt. Schmiedel hat auf seiner Facebook-Seite allerdings die „Hooligans gegen Salafisten“ unter „Interesse“ vermerkt. CS
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