Zweite Präsentation von Entwürfen für die Promenade "An der Mole"

An der Ecke Kynast- und Hauptstraße soll ein Stadtplatz entstehen, von dem aus die Promenade zum Paul-und-Paula-Ufer führt. (Foto: Berit Müller)
 
Wohin mit den Rädern? Auch mit diesen Fragen setzten sich die Landschaftsplaner in ihren Enwürfen auseinander. (Foto: Berit Müller)

Rummelsburg. Verkehrslärm auf der einen Seite, ein Mix aus Wildwuchs und Brachland auf der anderen: Noch ist schwer vorstellbar, dass zwischen Ostkreuz und Rummelsburger Bucht in ein paar Jahren die Promenade „An der Mole“ zum Flanieren einladen soll. Drei Gutachterbüros haben am 6. Juli zum zweiten Mal ihre Ideen präsentiert.

Der Bebauungsplan XVII-4 soll eines der exponiertesten, derzeit noch brach liegenden Areale in Lichtenberg entwickeln – samt einer neuen Promenade namens „An der Mole“. Verhältnismäßig groß war denn auch das Interesse: An die 60 Besucher hatten sich in der Aula der Jugendherberge am Ostkreuz eingefunden, zur zweiten und letzten Runde der Öffentlichkeitsbeteiligung im Rahmen des Gutachterverfahrens. Zwei Monate nach dem ersten Treffen präsentierten die drei Landschaftsplanungsbüros ihre überarbeiten Entwürfe. „Es geht um den öffentlichen Raum und um Aufenthaltsqualität“, sagte Projektleiter Rudolf Hölscher vom DSK-Büro Berlin, das den Prozess koordiniert hat. „Wir müssen an die Menschen denken, die künftig hier herkommen, deshalb freue ich mich über das Interesse.“

Wer sich eine Achse von der Ecke Kynast- und Hauptstraße zum nördlichsten Punkt des Paul-und-Paula-Ufers vorstellt, weiß etwa, wo die Promenade „An der Mole“ entstehen soll. Geplant ist eine knapp 20 Meter breite Fußgängerzone vom Ostkreuz zum Rummelsburger See, beidseitig flankiert von Neubauten – einem sogenannten Wasserhaus samt Wasserpark beispielsweise. Auch Wohnungen, Büros, Läden und Cafés sehen die Pläne vor. Für die Schneise, die nur einen Teil des per Bebauungsplan abgesteckten Areals bildet, haben die drei Büros Belvedere, hochC und r+b Entwürfe geliefert. In Bezug auf gestalterische Elemente, die Wahl von Pflanzen oder Sitzmöbeln unterscheiden sich die Skizzen. Das Prinzip der Gliederung ist gleich: Jeder Entwurf sieht einen Eingangsbereich – auch Stadtplatz oder Balkon genannt – gegenüber dem Bahnhof Ostkreuz vor; daran anschließend die Promenade als Zwischenstück und gleichzeitig Verbindung zum dritten Teil, dem Uferbereich. In diesem Abschnitt mussten sich die Landschaftsplaner vor allem mit dem Thema Fahrradverkehr auseinandersetzen. Denn es gibt dort erhebliche Konflikte zwischen Radlern und Fußvolk, die die Entwürfe auf unterschiedliche Weise zu lösen versuchen – mal mit separaten Wegen, mal mit Bäumen, einer kurvigeren Strecke oder unterschiedlichem Belag. Ein eigener Radfahrsteg, den das Büro „Belvedere“ in seinem ersten Konzept angedacht hatte, scheint aus Kosten- und verkehrsrechtlichen Gründen ebenso unrealistisch zu sein, wie eine Tiefgarage als Abstellalternative. Umsetzbarer wirkt die Idee des Berliner Büros „hochC“, die mit dem Gestaltungsmotiv eines Mäanders punktet. Er würde sich in Form von grünen Becken durch die Promenade ziehen – attraktiv und der Entwässerung dienend zugleich. Das Besondere am Konzert von „r+b“ aus Dresden ist ein Fontänenfeld auf dem Stadtplatz.

Dass einer der Entwürfe haargenau umgesetzt wird, ist nicht zu erwarten. Vielmehr dienen sowohl die Skizzen, als auch die Einschätzung eines Fachgremiums und die Erkenntnisse aus den zwei Präsentationen als Basis für die weitere Planung.

Eile ist ohnehin nicht geboten. Stadtrat Wilfried Nünthel (CDU) sagte, dass er nicht vor 2019 mit einem Baustart rechne. Noch sei der B-Plan nicht festgesetzt und auch dann werde eher mit den zwei großen Baufeldern begonnen. Für die Einweihung der Promenade „An der Mole“ nannte der Stadtrat vage die Jahre 2020/21. bm

Wissenswertes auf www.promenade-ostkreuz.de.
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