Zahl der Spandauer Schüler steigt merklich

Die Seecktstraße 2 soll langfristig zu einer neuen Sekundarschule ausgebaut werden. (Foto: Ulrike Kiefert)

Spandau. Weil die Schülerzahlen langfristig steigen, braucht der Bezirk neue Schulplätze. Module und Neubauten sollen mehr Klassenzimmer bringen.

Die Schülerzahl wird in den nächsten Jahren stärker steigen als bislang angenommen. Derzeit besuchen rund 20 500 Schüler die öffentlichen Schulen (ohne Sonderschulen) im Bezirk. Im Schuljahr 2022/23 werden es nach einer Prognose der Senatsbildungsverwaltung schon knapp 22 700 Schüler sein. Eng wird es vor allem an Spandaus neun Sekundarschulen (ISS). Dort werden in sieben Jahren prognostisch fast zehn Züge fehlen, was etwa zwei vierzügigen Schulen entspricht.

Um langfristig genügend Schulplätze bereitzustellen, gibt es im Bezirk aber konkrete Pläne. So genannte modulare Ergänzungsbauten sollen Abhilfe schaffen. Die können wegen der vielen vorgefertigten Standardkomponenten schnell aufgestellt werden, haben aber nichts mehr mit den berüchtigten Containerklassen alter Schule zu tun. 50 Jahre sollen sie nutzbar sein, sind darum mehr als nur Provisorien. Ein Modul mit zwölf Klassenräumen kostet rund drei Millionen Euro. An der Siegerland-Grundschule werden solche Ergänzungsbauten gerade aufgestellt. Weitere Standorte sollen in diesem und nächsten Jahr dazukommen: Wolfgang-Borchert-Schule, Schule am Stadtrand und Freiherr-vom-Stein-Gymnasium.

Pläne hat der Bezirk außerdem mit der Seecktstraße 2. "Mittelfristig wollen wir das Gebäude dort zu einer Integrierten Sekundarschule ausbauen", informiert Thomas Nack, Leiter des Fachbereichs Schule im Bezirksamt. In dem Gebäude der ehemaligen Gottfried-Kinkel-Oberschule sitzt derzeit noch die Freie Georgschule. Der Mietvertrag mit dem Bezirk ist zwar schon ausgelaufen, die Privatschule wird aber quasi noch geduldet, bis sie einen neuen Standort auf dem Gelände gefunden hat. Bevor die Seecktstraße 2 zur ISS wird, ziehen dort aber erst einmal die 130 Schüler der Schule am Gartenfeld provisorisch ein. Der Grund: An dem Sonderpädagogischen Förderzentrum sollen in diesem Jahr die Sanitäranlagen saniert werden. Bei laufendem Schulbetrieb geht das aber nicht. Die Kosten für den Umzug und nötige Umbauten schätzt Bildungsstadtrat Gerhard Hanke (CDU) auf rund 620 000 Euro. In etwa zwei Jahren soll das Gebäude dann komplett zur Sekundarschule modernisiert werden.

Aber auch im Grundschulbereich muss sich einiges tun, denn Spandau wird in fünf Jahren bereits 12.000 Grundschüler haben. Wenn die Prognose stimmt, sind das fast 2000 Kinder mehr als heute. Am Wiesen-/Weidenweg in Staaken hat der Bezirk darum ein Grundstück gekauft. Bis 2018 soll dort eine neue Grundschule mit Sporthalle gebaut werden. Eine zweite Grundschule in Hakenfelde ist beim Senat angemeldet. Dieser Standort soll vorrangig das Förderzentrum Schule am Gartenfeld entlasten. Kaum Bedarf an neuen Schulplätzen haben dagegen Spandaus fünf Gymnasien. Deren Schülerzahl sinkt in den nächsten Jahren.


Ulrike Kiefert / uk
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