Jugendamt überschreitet Etat bei Hilfen zur Erziehung

Spandau. Der Bezirk zieht Bilanz bei den Hilfen zur Erziehung. Auch weil die Fallzahlen weiter steigen, endete das Jahr 2014 mit einem Defizit.


In fast allen Bezirken sind die Ausgaben für die Hilfen zur Erziehung (HzE) gestiegen. Auch das Jugendamt in Spandau musste im vorigen Jahr wieder mehr ausgeben als es mit 35,4 Millionen Euro im Budget hatte. Für Eltern oder Alleinerziehende, die intensive Hilfe bei der Erziehung brauchen, für Kinder aus Suchtfamilien oder für die Betreuung gefährdeter Jugendlicher. Knapp 1,8 Millionen Euro betrug das Defizit für den Bezirk – trotz der sogenannten Basiskorrektur.

Dabei übernimmt das Land Berlin einen Großteil der Etatüberschreitung nachträglich. Dennoch sei der Fehlbetrag niedriger ausgefallen als erwartet, bilanzierte Jugendamtsleiter Walter Sablotny im jüngsten Jugendhilfeausschuss.

Gründe für das Defizit gibt es mehrere. So war der veranschlagte Etat für die stationären Hilfen zur Erziehung im Spandauer Doppelhaushalt 2014/15 um eine Million Euro gekürzt worden. Das hatte die rot-grüne Zählgemeinschaft bei den Haushaltsberatungen gegen die Stimmen der CDU durchgesetzt. Hinzu kommt, dass die Fallzahlen weiter gestiegen sind. So hatte das Jugendamt bis Ende 2013 in der Summe 1519 Fälle zu betreuen. Ein Jahr später waren es 124 mehr.

Auch für die stationären Hilfen hat der Bezirk mehr ausgeben müssen. Hier stiegen die Fallzahlen innerhalb eines Jahres von 563 auf 611 an. Diese Hilfen sind besonders kostenintensiv, denn stationär heißt Unterbringung und Betreuung in Heimen.

Da der Kinderschutz eine Pflichtaufgabe ist, kann an den Fallzahlen nicht gespart werden. Eltern haben zudem einen Rechtsanspruch auf die Hilfe zur Erziehung. Sie kann in Heimen, Pflegefamilien oder Kliniken gegeben werden, aber auch ambulant über Familienhelfer. Welche Hilfe im speziellen Fall sinnvoll ist, wird im Hilfeplangespräch mit den Eltern, Trägern und dem Jugendamt entschieden. Pro Kind kann es mehrere Hilfen geben. uk
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