Der faire Weg des Kaffees: Austauschprojekt im Bezirk gestartet

Die Projektteilnehmer aus Steglitz-Zehlendorf lernen sich bei einem Spiel kennen. (Foto: Foto: Bezirk)

Steglitz-Zehlendorf. Bis Ende Juni halten sich zwei junge Menschen aus einer peruanischen Kaffeekooperative im Bezirk auf. Sie sind Teilnehmer eines Austauschprojektes, das zwischen der Kaffee- und Kakao-Kooperative Oroverde in Lamas und dem Bezirk stattfindet.

Gemeinsam mit zwei jungen Erwachsenen aus Deutschland arbeiten sie seit April Workshops für Schüler aus. Sie möchten ihre Erfahrungen und ihr Wissen über den Anbau und den Vertrieb von fair gehandelten Kaffee und Kakao erläutern und weitergeben. Dabei geht es darum, ein Bewusstsein für die Kaffeeherstellung in Peru zu vermitteln. Die Kaffeebauern bei Oroverde unterteilen ihre Produkte in Kategorien wie „Bio“, „Fair Trade“ und „Utz“. Letzteres ist eine alte Maya-Bezeichnung, die soziale, ökologische Aspekte mit einbezieht. Gewissermaßen ein altes Konzept von Nachhaltigkeit.

Im Spanisch-Unterricht lernen die Schüler die Schritte von der Kaffee- und Kakaopflanze bis zur Tasse Kaffee oder Kakao. Dabei werden globale Zusammenhänge des Kaffees, ökologischer Anbau und fairer Handel der Produkte thematisiert. Die peruanischen Teilnehmer kennen die Prozesse einer fairtrade geführten Kaffee- und Kakaoproduktion. Guillermo Claverias Portocarrero studierte Landwirtschaft und arbeit seit 2012 für die Kooperative. Erika Gissela Tapullima Ishuiza macht derzeit ein Praktikum bei Oroverde. Ihr Vater baut in der Kooperative Kaffee und Kakao an.

Die Kooperative in Lamas gibt es seit 1999. Sie ist eine Alternative zum dort üblichen Anbau von Koka-Pflanzen. Inzwischen gehören ihr fast 1000 Mitglieder an, die auf ihren Feldern Kaffee und Kakao anbauen und ohne Zwischenhändler vermarkten. Somit bleibt ihnen mehr Geld zum Leben. Früher mussten sie ihre Produkte unter dem Welthandelspreis abgeben.

„Das Projekt ist für mich ein weiterer Baustein auf dem Weg, Jugendarbeit auch mit internationalen Themen und Kontakten zu verbinden und somit zur politischen Bildung im Bezirk beizutragen“, sagt Jugendstadträtin Christa Markl-Vieto (Grüne).
Es soll eine langfristige Kooperation zwischen dem Jugendbereich des Bezirks und der Kooperative in Peru entstehen. „Wir wollen Schülerfirmen aufbauen, die den Kaffee der Kooperative vermarkten und sich mit der Bedeutung des fairen Handels für die Lebensbedingungen im Süden beschäftigen“, erklärt Markl-Vieto. Zudem ist eine feste Kooperation in Form eines Jugendaustauschprojektes geplant.

KM
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