Junge Griechen beenden mit Erfolg EU-Ausbildungsprojekt im Bezirk

Mitarbeiter des Jugendamtes und die jungen Frauen aus Langadas, der griechischen Partnergemeinde von Steglitz-Zehlendorf, feierten am 28. November den erfolgreichen Abschluss des Azubi-Projektes. (Foto: K. Rabe)

Vor drei Jahren begannen elf junge Frauen und Männer aus Griechenland in Steglitz-Zehlendorf eine Ausbildung in verschiedenen Lehrberufen. Acht Teilnehmer haben bis zum Schluss durchgehalten und ihre Ausbildung erfolgreich beendet.

Es sei nicht immer einfach gewesen, erinnert sich Evi Ounanova, die innerhalb des Projektes eine duale Ausbildung im gastronomischen Bereich absolviert hat. Besonders die Sprachschwierigkeiten erwiesen sich als große Hürde. Das, was die Projektteilnehmer zu Hause in einem Deutsch-Crash-Kurs gelernt hatten, reichte natürlich nicht aus. Vor allem an der Berufsschule fühlte sich Evi alleingelassen. Von Integration und Unterstützung seitens der Lehrer keine Spur. Keiner hätte gewusst, dass sie erst seit Kurzem in Deutschland lebt. Auch über die Hintergründe ihres Aufenthaltes wusste niemand Bescheid. „Ich hätte mir gewünscht, dass Lehrer und Mitschüler besser informiert gewesen wären“, sagt die 27-Jährige, die in ihrer Heimat bereits ein Lehrerstudium abgeschlossen hatte. In Griechenland hätte sie kaum eine Chance gehabt, in diesem Beruf arbeiten zu können. Deshalb hatte sie sich für das Projekt beworben.

Bereut hat sie ihren Entschluss trotz aller Probleme nicht. Für sie und die anderen Teilnehmer haben sich völlig neue Perspektiven eröffnet. Evi ist nach ihrem erfolgreichen Abschluss als Schichtleiterin in einem gastronomischen Betrieb tätig und möchte in Deutschland ihren Master als Lehrer machen. Maria Deligka hat einen Abschluss als Fachfrau für Tourismus in der Tasche und Katarina Alexiadou steht kurz vor dem Ende ihrer Ausbildung zur Altenpflegerin.

Genau das sei auch das Ziel des Projektes „Ausbildung mit Weitsicht“ gewesen, das im Rahmen des Sonderprogramms zur „Förderung der beruflichen Mobilität von ausbildungsinteressierten Jugendlichen aus Europa (Mobi-Pro EU) Anfang 2014 an den Start ging. Im Bezirk richtete sich das Projekt speziell an Jugendliche aus der griechischen Partnergemeinde des Bezirks Langadas. Die jungen Erwachsenen erhielten die Möglichkeit einer dualen Ausbildung in Betrieben des Bezirks, um ihnen eine neue Perspektive zu bieten. Gleichzeitig diente das Projekt auch dazu, den wachsenden Fachkräftemangel im Bezirk zu lindern.

Während die IHK die Betriebe in diesem Projekt beraten hatte, war das Jugendamt für den Sprachunterricht, die sozialpädagogische Begleitung und die Gesamtkoordination verantwortlich.

Insgesamt sei das Projekt erfolgreich verlaufen. Am 28. November wurde es in einer Abschlussveranstaltung offiziell beendet. In diesem Rahmen würdigten die Beteiligten vom Jugendamt den Mut, den Durchhaltewillen und das Engagement der Jugendlichen, die trotz Sprachhürden und vielfältiger Herausforderungen im Alltag nun ihre Ausbildung beendet haben.
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