Leselust im Büchertempel: Schiller-Bibliothek wirbt mit Führungen für ihre Angebote

Bibliothekarin Karola Gadacz erklärt Schülern der Leo-Lionni-Grundschule die einzelnen Bereiche in der Schiller-Bibliothek. (Foto: Dirk Jericho)
Berlin: Schiller-Bibliothek |

Wedding. Wer nicht richtig lesen kann, hat schlechte Chancen im Leben. Deshalb stellt die Berliner Woche im Rahmen der Aktion „Das geht uns alle an!“ Akteure und Organisationen vor, die sich dafür einsetzen, dass Menschen besser lesen können.

Die Schiller-Bibliothek neben dem Rathaus Wedding ist nicht nur eine Bücherei, sondern ein Lernort mit attraktiven Angeboten. Vor allem für Kinder und Jugendliche gibt es in dem vor einem Jahr eröffneten Bücherpalast mit der Jugendmedienetage ein umfangreiches Angebot.

Regelmäßig finden Führungen durch die lichtdurchfluteten Etagen statt, um den Kindern das Haus zu erklären und Lust auf Lesen zu machen. Bibliothekarin Karola Gadacz zeigt an diesem Vormittag der 6A der benachbarten Leo-Lionni-Grundschule, wie alles funktioniert und wo es was gibt. Obwohl Leseförderung der Schwerpunkt an der Leo-Lionni-Schule ist, „haben wir eher leseschwache Schüler“, sagt Klassenlehrerin Ulrike Bruns, die mit ihrer sechsten Klasse nicht zum ersten Mal hier ist. Jede Klasse komme einmal im Schuljahr zur Bibliotheksführung. Die Leo-Lionni-Schule hat sogar eine eigene Schulbücherei; der Bibliotheksbus macht ebenfalls regelmäßig Station auf dem Schulhof. Dennoch meldet sich etwa nur die Hälfte der Schüler auf die Frage, ob sie schon einen Bibliotheksausweis haben.

Die Gebühren schrecken viele Eltern ab

„Viele Eltern unterschreiben den Antrag nicht, weil sie Angst haben, dass sie zahlen müssen, wenn ihr Kind den Ausweis verbummelt“, sagt Ulrike Bruns. Dabei kostet die Neuausstellung des ansonsten kostenlosen Bibliotheksausweises für Kinder nur zwei Euro Gebühr.

Ab 13 Jahren dürfen die Teenager in die zweite Etage, in der es für Jugendliche auch ein breites Angebot an Konsolenspielen gibt. Eine Junge will wissen, ob da auch Ballerspiele laufen. „Natürlich nicht“, sagt Karola Gadacz. Die Schiller-Bibliothek macht viele Veranstaltungen, um die Leselust bei Kindern zu wecken. So gebe es regelmäßige Nachmittage, bei denen Ehrenamtliche – darunter ein früherer Oberstudienrat – den Kleinen aus Büchern vorlesen, sagt Bibliothekschefin Corinna Dernbach. Sehr gut angenommen werden die Lerncoaches, die Schülern und jungen Erwachsenen an drei Tagen in der Woche bei Hausaufgaben oder Prüfungsvorbereitungen zur Seite stehen. Das einzigartige Angebot ist für Nutzer komplett kostenfrei. Finanziert werden die Nachhilfestunden von der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Gesobau. DJ
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