Videoüberwachung auf dem Leopoldplatz: Polizei testet unbemannte Späh-Wagen

Polizeiaugen auf Rädern. So sieht der neue Videoüberwachungswagen aus, der auf dem Leopoldplatz für mehr Sicherheit sorgen soll. (Foto: Polizei Berlin)
Berlin: Leopoldplatz |

Wedding. Zur Verbrechensbekämpfung auf dem Leopoldplatz kommt jetzt mobile Videotechnik zum Einsatz. Innensenator Andreas Geisel (SPD) testet dort Videowagen vom Typ Mobile Spy.

Etwa so groß wie eine Gulaschkanone sind die neuen Einachser, die demnächst an verschiedenen Stellen auf dem Leo stehen. Statt eines Schornsteins ragt ein bis zu sechs Meter ausfahrbahrer Mast in den Himmel, an dem modernste HD-Laserkameras hängen. Polizisten können die 360-Grad-Augen per Handy oder Tablet fernsteuern und die Bilder live beobachten. Die Aufnahmen werden mit der Computertechnik, die sich in der silberfunkelnden Stahlkiste befindet, aufgezeichnet. Polizei steht groß auf dem Kameraturm, ein Kamerasymbol weist auf die Videoüberwachung hin. Dazu ist die Bürgertelefonnummer der Polizei angegeben. Die Polizisten können den Wagen je nach Bedarf mobil einsetzen und den Standort ändern. Eine Besatzung gibt es nicht.

Dass Kriminelle den unerwünschten Zuschauer attackieren, glaubt Geisels Sprecher Martin Pallgen nicht. „Die Mobile Spy sind vandalismussicher und alarmgesichert“, sagt er. Sollte sich jemand an dem Videowagen zu schaffen machen, „steht 30 Sekunden später die Polizei daneben“, so Pallgen. Weitere Details wollte er dazu nicht sagen.

Die Polizei testet derzeit zwei mobile Überwachungswagen – Stückpreis zirka 60 000 Euro – von zwei verschiedenen Anbietern.

Die Mobile Spy hat Geisel erstmals beim Spatenstich für die neue Alexwache am 7. September vorgestellt. Mehr Polizisten und „klug und maßvoll eingesetzte Videotechnik“ gehören zu seiner Doppelstrategie im Kampf gegen das Verbrechen und für mehr Sicherheit auf öffentlichen Plätzen. Mobile Videotechnik will Geisel auf allen sogenannten kriminalitätsbelasteten Orten „flexibel und der Sicherheitslage angepasst zum Einsatz bringen.“ Das sind von der Polizei aufgrund der Straftaten als gefährlich eingestufte Gegenden wie der Leo.

Beim Pilotprojekt werden die beiden Späh-Wagen zunächst auf dem Alexanderplatz, dem Leopoldplatz, am Kottbusser Tor, auf der Warschauer Brücke und auf dem Hermannplatz eingesetzt. Dort heißt es ab sofort: Bitte recht freundlich (sein)! DJ
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