Denkmalschutz für West-Berlin-Ikonen: Naht fürs Kempinski die Rettung?

Aus schwarz-grüner Sicht denkmalwürdig: das Kempinski Hotel Bristol am Kurfürstendamm. (Foto: Thomas Schubert)
Berlin: Kempinski Hotel Bristol Berlin |

Charlottenburg. Wenn der Abriss droht, zeigt sich der Wert: CDU, Grüne und Piraten möchten markante Beispiele moderner Architektur unter Schutz stellen. Doch der Stadtrat würde lieber generell mit einer Liste Klarheit schaffen, anstatt Investoren erst beim Abbruchgesuch zu stoppen.

Gebäude zu Denkmalen zu erklären, das kann eine politische Taktik sein. Und wenn Denkmalschutz nur noch als Instrument wirkt, bezweifelt Baustadtrat Marc Schulte (SPD) den Nutzen. Entsprechend skeptisch zeigte er sich jetzt angesichts eines Antrags der CDU, das offenbar bedrohte Hotel Kempinski am Kurfürstendamm auf diese Weise zu erhalten. Er befürwortet statt solcher Eingriffe, die in dem Fall wohl ohnehin wenig Erfolgsaussicht hätten, einen frühzeitigen „Scan aller fraglichen Objekte“.

Schon früher hatte man mit dem Aufstellen so genannter Denkmallisten Klarheit geschaffen, damit sich Politiker später nicht willkürlich als Retter geltend machen.

Doch dem Christdemokraten Arne Herz gelang es, den Antrag dank Stimmen der Grünen und Piraten zum Beschluss zu bringen. Auch wenn im Fall Kempinski der Wunsch nach Denkmalschutz womöglich nicht greift, gehe es um „ein kraftvolles Signal an Investoren“, die an West-Berlin als „Wiege der Kempinski-Hotels“ erinnert werden sollen. Die gleiche Ansicht vertritt der Grünen-Architekturexperte Volker Heise. Er fordert vom Bezirksamt, den Verantwortlichen im Ernstfall begreifbar zu machen, dass es sich beim Kempinski nicht um einen beliebigen Hotelbau handelt, sondern um eine Marke. tsc
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