Eine Heimat für Geflüchtete: Wohnungsunternehmen baut 78 Wohnungen

Probemontage eines ersten Moduls in Anwesenheit von Politikern und Journalisten. (Foto: Ralf Drescher)
 
Stadt und Land-Geschäftsführer Ingo Malter, Bürgermeister Oliver Igel und Staatssekretär Daniel Tietze. (Foto: Ralf Drescher)
Berlin: Flüchtlingsunterkunft |

Baumschulenweg. Das kommunale Wohnungsunternehmen Stadt und Land baut auf dem Gelände Späthstraße/Chris-Gueffroy-Allee Wohnblöcke mit jeweils drei bis vier Geschossen, in denen 78 Wohnungen für Geflüchtete entstehen.

Im Außenbereich werden Grünflächen, ein Kinderspielplatz sowie Spielflächen für ältere Kinder angelegt. Der Zugang erfolgt über die Chris-Gueffroy-Allee. Bei der modularen Bauweise wird der komplette Rohbau der Wohnungen im Herstellerwerk in Sachsen-Anhalt vorgefertigt. Die Module werden erst auf der Baustelle zusammengefügt. Für die Montage der drei Wohnblöcke sind knapp vier Wochen veranschlagt. Danach erfolgen der Innenausbau sowie die Installation der Haustechnik. Auch die Fassaden und Dächer werden auf der Baustelle hergestellt. Dank der modularen Bauweise ist die Lärmbelästigung deutlich niedriger als bei konventionellen Bauvorhaben.

Ende 2017 fertig

Ende 2017 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen werden.

Die Wohnungen werden in den ersten Jahren von geflüchteten Menschen bewohnt. Dazu vermietet Stadt und Land sie vorerst für drei Jahre an das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF), das einen qualifizierten Betreiber auswählt. Dieser wiederum sorgt für die Belegung der Wohnungen und die Betreuung der Bewohner. In der Nachnutzung werden die Wohnungen dann dem öffentlichen Wohnungsmarkt zugeführt.

Der Staatssekretär für Integration bei der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales, Daniel Tietze, betonte anlässlich des Montage-Beginns: „In wenigen Monaten wird das Bauprojekt die Lebenssituation für viele geflüchtete Familien deutlich verbessern. Das ist wichtig, denn diese Menschen brauchen Rückzugsräume, um hier anzukommen und sich schließlich in unsere Gesellschaft integrieren zu können.“

"So gelingt Integration"

Auch der Bezirk begrüßt das Projekt, bei dem längerfristig nutzbarer Wohnraum entsteht. „Uns ist es wichtig, geflüchtete Menschen nicht an einigen wenigen Stellen in großen Heimen unterzubringen, sondern in kleinerer Zahl an verschiedenen Orten, verteilt über den Bezirk. So gelingt uns die Integration gemeinsam am besten. Die modularen Bauten passen gut in die Späthstraße mit ihrer grünen Umgebung. Dass das Projekt auch eine flexible Nutzung in der Zukunft erlaubt, ist angesichts der Wohnungssituation in unserem Bezirk ein entscheidender Vorteil“, sagte Bürgermeister Oliver Igel (SPD) zum Baubeginn.

Die Montage des ersten Moduls war allerdings nur ein Testlauf für die Kameras der Journalisten.

Montage beginnt Mitte August

Ab Mitte August werden die bis zu 15 Meter langen und 16 Tonnen schweren Module aufgestellt. Pro Tag sollen zehn Module angeliefert und verbaut werden, nach 17 Montagetagen steht dann der aus 155 Modulen gefertigte Rohbau. Die Module werden in der Nacht mit Schwertransportern nach Berlin gebracht. Damit der Verkehr um die Baustelle nicht beeinträchtigt wird, warten die Transporter in einem Industriegebiet im nahen Neukölln und kommen erst unmittelbar vor dem Entladen auf die Baustelle.

Die Modulbauten sollen fast so haltbar wie Bauwerke aus Stein oder Gasbeton sein. Veranschlagt wird eine Lebensdauer von mindestens 60 bis 80 Jahren. Die Nachbarn der künftigen Wohnanlage wurden im Rahmen einer Anwohnerversammlung bereits im vorigen Jahr von Stadt und Land informiert.RD
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