Bezirksverordnete fordern Neubau und Öffnung von Kanal-Überführungen für Radler

Die Autobahnbrücke über den Britzer Verbindungskanal ist für Fußgänger und Radler tabu. Für sie müsste ein separater Übergang geschaffen werden. (Foto: Schilp)

Britz. Bau einer neuen und Wiedereröffnung einer alten Kanalbrücke an der Stadtautobahn A 113: Das wünschen sich die Bezirksverordneten. Auf ihrer jüngsten Sitzung beschlossen sie deshalb zwei Anträge.

Hintergrund: Hunderte von Radlern sind täglich auf dem Mauerweg neben der Autobahn zwischen Rudow und Britz unterwegs. Doch während die Autos am Hafen Britz-Ost über eine Brücke den Britzer Verbindungskanal queren und ihre Fahrt Richtung Norden fortsetzen können, ist hier für die Radler Schluss. Sie müssen dem nach Osten abknickenden Mauerweg folgen. Erst nach rund einem Kilometer haben sie die Möglichkeit, über die Britzer-Allee-Brücke auf die andere Seite des Kanals zu gelangen.

Deshalb hat Marina Reichenbach (Die Linke) den Antrag gestellt, neben der Autobahnbrücke einen Übergang für Fußgänger und Radler zu schaffen. Die Bezirksverordneten stimmten mit großer Mehrheit dafür. Jetzt soll sich das Bezirksamt bei der zuständigen Senatsverwaltung für das Vorhaben starkmachen. „Die Brücke wird dringend als Nord-Süd-Verbindung gebraucht“, so Reichenbach.

Sie sieht das Land Berlin in der Pflicht. „Der Senat hat sich im Koalitionsvertrag für die Schaffung von Radschnellwegen ausgesprochen“, sagt sie. Dazu gibt es auch bereits eine Studie, in Auftrag gegeben von der Senatsverkehrsverwaltung. Dort wurden mehr 30 mögliche Fahrradschnelltrassen in ganz Berlin untersucht. Als absoluter Favorit entpuppte sich der „Betriebsweg A 130“, also eben jener Weg neben der Autobahn. Er bringt die besten Voraussetzungen in Hinsicht auf vorhandene Infrastruktur, Wirtschaftlichkeit und Potenzial mit.

Auch in der Studie wird ausdrücklich das Fehlen einer Brücke über den Kanal bemängelt. Sie sei ein wichtiges Verbindungsstück zum „Betriebsweg A 100“ entlang der im Bau befindlichen Autobahn Richtung Treptower Park, auf dem nach der Fertigstellung ebenfalls Fahrräder rollen sollen.

Bei dem zweiten Antrag von Marina Reichbach geht es um die denkmalgeschützte, aber seit Jahren gesperrte Späthstraßenbrücke, die den Teltowkanal überspannt. Sie möchte, dass das Bauwerk für Fußgänger und Radfahrer wiedereröffnet wird. Verantwortlich für diese Brücke ist die Wasser- und Schifffahrtsstraßenverwaltung, und damit das Bundesverkehrsministerium. Doch dort scheint niemand an einer Öffnung interessiert zu sein (die Berliner Woche berichtete). Nun soll das Bezirksamt Druck machen. „Die Brücke wäre eine Alternative zur Neuen Späthbrücke, die von schwerem Lkw-Verkehr der Autobahn geprägt ist“, sagt Marina Reichenbach. sus
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