Abriss des Aschinger-Hauses rückt näher

Zwielicht am Zoo: An diesem Nachkriegsbau ging die städtebauliche Aufbruchsstimmung bisher vorbei. (Foto: Schubert)
Berlin: Aschinger-Haus |

Charlottenburg. Abschied nehmen vom Schmuddelbau: Das Aschinger-Haus in der Joachimstaler Straße will Projektentwickler Hines zugunsten eines Neubaus beseitigen lassen. Selbst ein Turm vom Ausmaß des Zoofensters würde der Bezirk den Amerikanern hier gestatten. Doch die möchten etwas anderes.

Vom einstigen Hostel sind nur die Schilder geblieben, Sex-Shop-Betreiber, Beate Uhse und Gastronomen suchen unlängst nach einer neuen Bleibe. Und nicht wenige Berliner haben das Aschinger-Haus zwischen Kant- und Hardenbergstraße gedanklich ohnehin längst zum Abriss freigegeben.

Noch steht der Schmuddel-Bau hier als ein letzter Bote des alten Westens und Fremdkörper in einer Landschaft des städtebaulichen Aufbruchs. Aber seine Nachfolge wird in diesen Tagen intensiv beraten. Derzeit sind im Auftrag des Investors Hines fünf Architekturbüros damit befasst, die Vorstellungen des Geldgebers in Formen zu fassen. Aus Sicht des Bezirks wären dabei selbst hoch aufragende Lösungen willkommen.

Doch Hines belässt es, obwohl es bei einem anderen Projekt am Alexanderplatz in Mitte kaum hoch genug gehen kann, lieber bei den jetzigen Dimensionen. Der Grund hierfür: Man müsste im Falle eines Hochhausbaus zwei bis drei Jahre warten, bis ein entsprechender Bebauungsplan feststeht. Für die gut 3500 Quadratmeter Fläche soll es eine schnellere Lösung geben, was Anrainer, die sich am zwielichtigen Image des Nachkriegsklotzes schon lange störten, freuen dürfte. Im Schatten des Zoofensters geht Schnelligkeit vor Höhe.


Thomas Schubert / tsc
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