Grundstein für das Hochhaus "Upper West" gelegt

Titan neben dem Zoofenster: Investor Strabag feierte Grundsteinlegung für das Upper West. (Foto: Simulation: Strabag Real Estate)

Charlottenburg. 119 Meter hoch und 250 Millionen Euro teuer: Mit dem "Upper West" wächst bis Anfang 2017 das dritthöchste Gebäude Berlins aus einem Baukrater empor. Investor Strabag beschert der City West damit zusätzlichen Glanz. Doch dafür wird es in der Gedächtniskirche ein wenig dunkler.

Was sich weit über die abgebrochene Spitze des alten Kirchturms erheben wird, ist zunächst einmal vier Geschosse tief. Die Baugrube der neuesten Landmarke am Zoo: ein schrundiges Loch voller Rohre und Stützen. Am Grund parken die Bagger, sammeln sich die Bautrupps des Generalunternehmers Züblin. Und seit wenigen Tagen lagert hier, auf dem Boden der kommenden Tatsachen, auch der Grundstein des Hochhauses "Upper West".

Von nun an geht es steil empor. Aus 40 000 Kubikmeter Beton und 7000 Tonnen Stahl fertigt die Züblin AG, so verspricht es Vorstand Jörn Beckmann, eine weitere Attraktion des wiedererblühenden Westens. Als Hauptmieter gilt die Hotelkette Motel One, welche die ersten 18 Etagen bezieht.

"Ein solch teures Projekt ist nur möglich, wenn es gelingt, bonitätsstarke Mieter zu finden", erklärt Thomas Hohwieler, Geschäftsführer des Investors Strabag Real Estate. Wegen der Zentralität des "Upper West" habe man von Anfang ein Gästehaus-Konzept geplant, und mit 585 Zimmern entsteht nun immerhin die bislang größte Motel One-Niederlassung Europas. Ganz oben: eine öffentlich zugängliche Skybar. Dazu vermietet man Bürofläche, im Riegelgebäude zum Ku’damm wird Einzelhandel heimisch. Anfragen namhafter Interessenten liegen bereits vor, versichert Hohwieler: "Lassen Sie sich überraschen, wer es wird."

Im Budget inbegriffen ist auch ein Kunstprojekt, das der Baustelle ein ansehnlicheres Antlitz schenken soll. Was genau die Passanten erwartet, ergibt sich in Zusammenarbeit mit dem Bezirk. So spricht dann Senatsbaudirektorin Regula Lüscher auch von einer Kooperation "mit viel Vision".

Nach sage und schreibe 14 Jahren Planung komme nun endlich der Entwurf des Architekten Christoph Langhoff zur Geltung. Viel Zeit verstrich mit dem spitzfindiges Ringen um Details. Lüscher erinnert sich noch an die Debatte, "wie eckig eine runde Ecke sein darf". Hinzu kamen Diskussion um die Beschaffenheit des Glases sowie die Verträglichkeit mit dem Zoofenster und anderen Fixpunkten der Charlottenburger City.

Wie ein zweites Ausrufezeichen nimmt der schwungvoll gezeichnete Glasturm neben dem sandsteinernen Zoofenster bald Form an - und dürfte in Egon Eiermanns "Blauer Grotte" in der Gedächtniskirche für Schatten sorgen: "Die Westsonne wird dort nicht mehr optimal einfallen. Das ist ein Wermutstropfen", bestätigt Lüscher die Befürchtungen von Pfarrer Martin Germer. Eine zunächst unerfreuliche Situation, aber zugleich auch eine Aufforderung zur Besinnlichkeit: Umso knapper die Stunden, in denen das Licht ungehindert einströmt, glaubt Lüscher, desto kostbarer werden sie sein.


Thomas Schubert / tsc
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