Senator Geisel: ICC-Sanierung wird 90 Millionen Euro teurer

Am 2. April 1979 wurde das ICC eröffnet, die letzte öffentliche Veranstaltung fand vor zwei Jahren statt. Momentan dient das Gebäude als Flüchtlingsunterkunft. (Foto: Schilp)

Westend. Ob die Sanierung des Internationalen Congress Centrums (ICC) wie geplant im Jahr 2018 beginnen kann, ist ungewiss. Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) teilte kürzlich mit, das Vorhaben könne nicht mit den vorgesehenen 200 Millionen Euro bewerkstelligt werden.

Doch genau bei dieser Summe ist die Schmerzgrenze des Berliner Senats erreicht. Er hat im vergangenen Jahr beschlossen, dass die Schadstoffentsorgung und Erneuerung der Haustechnik nicht teurer werden darf.

Der ursprüngliche Plan: Rund 10 000 Quadratmeter im Kern des Kongress-Kolosses werden mit öffentlichen Mitteln auf Vordermann gebracht und wieder der Messenutzung zugeführt. Weitere 30 000 Quadratmeter sind privaten Investoren zu überlassen, die hier Hotels oder Geschäfte einrichten und auch die Sanierungskosten für ihre Flächen tragen.

Doch nun sagt Geisel, dass eine separate Sanierung des zentralen Kongressbereiches nicht funktioniere; es müssten gleichzeitig 8000 Quadratmeter Nebenflächen hergerichtet werden. Er schätzt die neuen Gesamtkosten auf 290 Millionen Euro.

"Unseriöse Vorbereitung"

Andreas Otto, baupolitischer Sprecher der Grünen im Abgeordnetenhaus, kann angesichts dieser Entwicklung nur den Kopf schütteln. „Die Debatte zeigt, wie unseriös die Sanierung des ICC im Senat vorbereitet wird. In Dutzenden Gutachten wurden seit 2005 Varianten und Kosten untersucht.“ Er fordert: kein Baubeginn, bevor die Planung nicht auf dem Tisch liegt.

In diesem Punkt ist er sich mit dem Stadtentwicklungssenator einig: Auch Geisel warnt davor, einfach draufloszubauen, und will das Thema erneut im Senat thematisieren. Andreas Otto glaubt nicht an einen schnellen Erfolg: „Wenn der aktuelle Senat nicht in der Lage ist, die Kosten verlässlich zu veranschlagen, muss es wohl der nächste machen.“ sus
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