Willkommen im „Zoo-Quartier“: Beim Werkbund-Wettbewerb gewannen mutige Pläne

Jebensstraße als Hochhausmeile: Simon Kochhan und Constantin Wolf von der TU München erreichten mit dieser Vision den ersten Platz. (Foto: Promo)

Charlottenburg. Keine Denkverbote, kein Limit nach oben: Der Werkbund Berlin ließ junge Talente ihre Visionen für die westliche City zeichnen. Und die haben vor weitreichenden Änderungen keine Angst. Die Zukunft wird grün, hell und hoch.

Wie ein unsichtbarer Deckel lag die maximale Gebäudehöhe bislang über den Dächern, nur hier und da durchstoßen von Ausnahmen wie dem „Zoofenster“-Hochhaus oder dem Upper West. Wenn es aber nach Stadtplanern von morgen geht, wird kein Platz bleiben für Einheitsmaße und Deckelungen. Man nehme die Wettbewerbsergebnisse, die der Werkbund Berlin und der CDU-Stadtentwicklungsexperte Stefan Evers nun gemeinsam präsentierten.

Platz eins teilten sich zwei Teams der Münchener TU. So wollen Lou Hofmann und Giorgio Granatiero den vorhandenen Gipfeln der City, dem „Zoofenster“ und dem „Upper West“, zwei weitere Hochhäuser am Hardenbergplatz und der Hardenbergstraße gegenüberstellen. Simon Kochhan und Constantin Wolf hingegen bevorzugen ein Band aus fünf benachbarten Hochhäusern entlang der Jebensstraße und Hertzallee, was das Gesicht des Westens einschneidend ändern würde.

Sanfter und lockerer

Sanfter und lockerer wirkt das Vorhaben von Hang Wu und Yi Yao von der Bauhaus-Uni Weimar. Sie zeigen eine grüne Schneise zwischen Hardenbergstraße und Landwehrkanal, umstellt von niedrigeren Neubauten – das so genannte „Zoopark-Quartier“. Eine Idee, die dem Duo Platz zwei bescherte und aus Evers persönlicher Sicht ganz vorne liegt. Platz drei errang schließlich die Studentengruppe des Architekten Jan Kleihues um Leonard Stark. Sie nahm den typischen Charlottenburger Gründerzeitblock als Maß der Dinge und interpretierte ihn in neuer Frische.

Dass man keinen der gezeigten Pläne als Utopien abtun darf, belegte die Beteiligung der Grundstückseigentümer und der AG City in der Wettbewerbsjury. Einen Teil des Preisgelds bezahlten sie dann auch aus ihrer Tasche. Und Stefan Evers glaubt ohnehin nicht daran, dass man die studentischen Pläne als Gedankenspiel zu den Akten legen sollte: „Es ist Zeit, das innerstädtische Areal zwischen Hardenbergstraße und Landwehrkanal aus seinem Dornröschenschlaf zu erwecken“, fordert er Anstrengungen zur Entfaltung vernachlässigter Potenziale. „Mit unverstelltem Blick haben die Studierenden aus München, Weimar und Potsdam mutige und inspirierende Entwürfe erarbeitet. Ich hoffe, das belebt und erweitert die städtebauliche Debatte über die Zukunft der City West.“ tsc
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