Kommentar: Offene Türen für Mündige

Ich muss draußen bleiben. Das nimmt der Bürger häufiger zur Kenntnis, als Demokraten lieb sein kann. Aber warum ausgerechnet, wenn es um Erinnerungsschilder geht, die gleich neben seiner Haustür stehen könnten? In Themenbereichen, die ihm wirklich nahe gehen. Dass Kommunalpolitiker Gedenktafeln hinter verschlossenen Türen diskutieren mussten, obwohl sich genau hier kundige, mündige Anwohner für Entscheidungen begeistern lassen, dafür gab es keine rationalen Gründe – außer vielleicht, man fürchtet die Diskussion. Doch auch ohne kritische Stimmen von Außenstehenden brachte es die kleine Kommission bisweilen fertig, sich über Jahre zu streiten. Viele Monate, in denen Bürger vergeblich an der verschlossenen Tür pochten, um zu erfahren, was seine Vertreter da so lange bereden. Jetzt also – ein Umdenken.

„Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“, ermunterte einst Immanuel Kant zum Selbstdenken. In einem Bezirk, der eine große Straße nach ihm benannt hat, sollte man sich vor dem Mut der Bürger nicht verstecken. Öffentliche Sitzung oder nicht, das sollte sich danach bemessen, wo der Bürger anwesend sein will. Und wo solche Debatten laufen, dass er freiwillig darauf verzichtet. Tagt öffentlich, wann immer es nur geht!
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