Umweltbundesamt zweifelt an weiterer Wirksamkeit der Umweltzonen

Berlin. 2008 wurde die Innenstadt zur Umweltzone. Seither haben sich die Abgaswerte deutlich verbessert. So stark, dass das Umweltbundesamt die Notwendigkeit der Umweltzonen in ihrer jetzigen Form bezweifelt.

Eine Bilanz der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt zeigt auf, dass seit 2008 pro Jahr fast 60 Prozent weniger Dieselruß und etwa 20 Prozent weniger Stickoxide in die Stadtluft gelangten. Ein Erfolg, der sich aus Sicht des Umweltbundesamts aber so nicht weiterführen lässt. In den vergangenen Jahren haben sich viele Autofahrer nämlich neue Fahrzeuge zugelegt, die meist die geltenden Abgasstandards erfüllen.

Die Präsidentin des Umweltbundesamts, Maria Krautzberger, sagte deshalb kürzlich in einem Interview mit dem Deutschlandfunk, dass Umweltzonen und damit bestehende Vorgaben so keine Wirkung mehr zeigen.

Allerdings ist die Luft trotz der Verbesserung noch lange nicht schadstofffrei. Berlin will deshalb an den Umweltzonen festhalten - auch weil die Europäische Kommission weitere Maßnahmen zur Reduzierung des Schadstoffausstoßes fordert. Ab 2015 wird es deshalb kaum mehr Ausnahmegenehmigungen geben - etwa für nachweislich nicht nachrüstbare Dieselfahrzeuge. Auch aus Sicht der Deutschen Umwelthilfe sind weitere Maßnahmen nötig.

"Die Umweltzone muss weiterentwickelt werden, denn nach wie vor sind einige Schadstoffquellen nicht berücksichtigt, insbesondere Baumaschinen, Dieselloks, Triebwagen sowie Binnenschiffe - etwa Touristenschiffe auf der Spree", sagt Dorothee Saar, Leiterin der Abteilung Verkehr und Luftreinhaltung. Gleichzeitig sei es nötig, den motorisierten Verkehr zu verringern, etwa durch Förderung des Rad- und Fußgängerverkehrs, durch den Ausbau des ÖPNV und eine umfassende Parkraumbewirtschaftung.


Jana Tashina Wörrle / jtw
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