Klaus Wowereit inspiziert Baustelle in Charlottenburg

Im "Goldenen Saal" lässt sich Klaus Wowereit von Projektkoordinator Detlef Presberger und Prof. Hartmut Dorgerloh über die Sanierung unterrichten. (Foto: Wecker)

Charlottenburg. Für die Zukunft des Schlosses Charlottenburg sind eine Reihe wichtiger Entscheidungen getroffen worden. Es wird die zentrale Schlossanlage werden, wo sich die Besucher künftig über das Leben und Wirken der Hohenzollern an einem authentischen Ort informieren können.

Seit dem ersten Preußenkönig Friedrich I. haben alle regierenden Häupter Preußens in diesem Schloss gewirkt und ihre Spuren hinterlassen. Das Berliner Schloss wird zwar seine Fassade zurückerhalten, dahinter wird aber ein ganz anderer Funktionsbau - das Humboldt-Forum - entstehen. Deshalb wird das Charlottenburger Schloss auch Inventar und Kunstwerke aufnehmen, deren ursprünglicher Platz im Berliner Schloss und anderen Gebäuden der Hohenzollern war.

Vor 70 Jahren wurde in der gleichen Bombennacht, in der auch die Gedächtniskirche zerstört wurde, das Charlottenburger Schloss zertrümmert. Es wurde nach dem Krieg rasch wieder aufgebaut und sein Prachtstück, der "Goldene Saal" im Neuen Flügel, sogar vorbildlich restauriert, wie der Generaldirektor der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten Prof. Dr. Hartmut Dorgerloh dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) erläuterte. Das geschah jedoch mit den unzulänglichen Mitteln der Nachkriegszeit, sodass jetzt eine erneute und gründlichere Sanierung des Schlosses erforderlich wird. Die hat vor einem Jahr als sogenannte Hüllensanierung begonnen. Nun interessierte sich der Regierende Bürgermeister für den Fortschritt der Arbeiten.

Gegenwärtig werden für die energetische Ertüchtigung, den Brandschutz und die Haustechnik 14,3 Millionen Euro investiert. Für die Gesamtsanierung sind jedoch 88 Millionen Euro erforderlich. Dafür wurden mit dem Koalitionsvertrag von CDU und SPD für die Bildung der neuen Bundesregierung unter der Verhandlungsführung von Klaus Wowereit die Weichen gestellt. Es wurde festgeschrieben, dass die Stiftungen zur Bewahrung des kulturellen Erbe Preußens weiter gestärkt werden. "Wir hatten sogar noch mehr vorgesehen", informierte der Regierende Bürgermeister den Generaldirektor, "doch das ist wieder verschlankt worden. Wir sind uns bewusst", sagte Klaus Wowereit auf der Baustelle, "dass künftig mehr Mittel für dieses Schloss und seinen laufenden Betrieb aufgebracht werden müssen."

Die Hüllensanierung soll Ende 2017 abgeschlossen werden. Ende nächsten Jahres soll der Neue Flügel wieder besucht werden können. Seine wertvollsten Kunstwerke werden solange in der Sonderschau "Berlins schönste Franzosen" nebenan im alten Schloss gezeigt.


Frank Wecker / FW
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