Polizei gibt Einblicke in ihre Arbeit rund um den Stutti

Im Einsatz für das Sicherheitsempfinden: Hartmut Lentz (r.) und seine Team unterbinden den Drogenhandel an der Wilmersdorfer durch ihre Präsenz. (Foto: tsc)

Charlottenburg. Präsenz mit 40 Beamten: Bei einem Schwerpunkteinsatz standen Drogendealer im Visier der Polizei. Die Berliner Woche begleitete Dienstgruppenleiter Hartmut Lentz bei einer Tour am Brennpunkt um die Wilmersdorfer Straße und den Stuttgarter Platz.

Zwei junge Männer mit zerknirschten Gesichtern. Um sie herum stehen fünf Polizisten. Man kennt sich schon von früheren Begegnungen dieser Art - es ging dabei um Rauschgifthandel. Und damals wurde die Polizei fündig. Dass die beiden Herrschaften heute wieder am U-Bahnhof Wilmersdorfer Straße herumlungern, ist Grund genug für einen Platzverweis. Nach einer Durchsuchung im Dienstfahrzeug treten sie widerwillig den Heimweg an. Aber bitte mit gültigem Fahrschein.

So wie in diesem Fall lief es für Hartmut Lentz und sein Team in den vergangenen Wochen Dutzende Male. An der Seite von 40 Kollegen patrouillierte er von früh bis spät durch die Fußgängerzon - mit spürbaren Effekten. So zog sich die Dealerszene wegen des erhöhten Polizeiaufgebots zumindest zeitweise zurück.

Doch der Polizei geht es bei ihrer Maßnahme vor allem um Menschen ohne kriminelle Absicht. "Wir werden ständig von Bürgern angesprochen, hören viel Zustimmung", erzählt Lentz vom Hauptzweck der Aktion: ein Plus zu erzielen bei der gefühlten Sicherheit. Als Dienstgruppenleiter des Polizeiabschnitts 24 hat Lentz heute zum Rundgang eingeladen, erklärt die Hintergründe seiner Arbeit aus erster Hand.

Vom Drogenhandel betroffen sind zwar die meisten U 7-Bahnhöfe des Bezirks, aber der harte Kern der Szene, sagt Lentz, pendelt zwischen Adenauerplatz und Bismarckstraße. Oft werde die Ware blitzschnell im Wagen übergeben. Verdeckte Ermittler seien den Tätern permanent auf der Spur.

Auch die andere Seite der Konsumenten ist dem Dienstgruppenleiter wohl bekannt. Der Arbeit des Vereins "Fixpunkt" steht er wohlwollend gegenüber. "Eine gute Sache", lobt Lentz den Dauereinsatz mit einem Konsum- und einem Präventionsmobil. "So hat man die Möglichkeit, den Vorgang kontrolliert zu gestalten. "

Wo man sich unkontrolliert die Spritze setzt, führt der "Stutti"-Kenner nun vor. Er zeigt die "Rückzugsgebiete" zu beiden Seiten des Bahndamms. Während die Stelle hinter den gestutzten Hecken an der Gervinusstraße einige Tage nach der letzten Säuberung von Abfällen frei blieb, finden sich an der Seite des Stuttgarter Platzes wieder Dutzende weggeworfene Spritzen. Hier bieten hohe Büsche einen Sichtschutz.

"Man müsste den Bewuchs deutlich zurückschneiden", empfiehlt Lentz den Behörden. Die vorhandenen Laternen sind aus seiner Sicht nicht hell genug. Generell gilt: mehr Pflege, mehr Licht - weniger Anreiz für Konsumenten. Und ein Sammelbehälter für Spritzen? "Das wäre eine sehr gute Idee", meint der Experte. Sobald man solche Boxen aufstellt, müsste man sie deutlich markieren und die Öffentlichkeit wissen lassen, worum es sich handelt.

Wieder auf der Wilmersdorfer Straße angelangt, bietet sich das gleiche Bild wie zu Beginn der Tour: viel Betrieb vor den Geschäften, volle Verkaufsräume, wenig Ärger. "Und das ist keine Momentaufnahme", versichert Lentz. Seit 31 Jahren trägt er die Uniform, kennt seinen Kiez zumeist als friedlichen Ort des großstädtischen Treibens. "Wir wohnen in einer Stadt mit verschiedenen Nationalitäten und Mentalitäten", gibt er zu bedenken. Die meisten Menschen beachten die Regeln des vernünftigen Zusammenlebens. Die restlichen müssen das noch lernen.


Thomas Schubert / tsc
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