Freigabe unter Auflagen: Auf dem Sportplatz Brahestraße darf wieder gekickt werden

Auf dem Sportplatz an der Brahestraße darf wieder gekickt und gejubelt werden. Das gilt allerdings nicht für die 1. Herren vom CFC Hertha 06 (rot), die in der Berlin-Liga spielen. (Foto: Nittel)

Charlottenburg. Der Sportplatz an der Brahestraße, der knapp fünf Monate gesperrt war, ist für den Spielbetrieb wieder freigegeben worden. Und das, obwohl die Schäden, die zur Sperrung geführt hatten, noch nicht behoben worden sind.

Der Spiel- und Schiedsrichterausschuss des Berliner Fußballverbandes (BFV) ist gemeinsam mit dem bezirklichen Sportamt zu der Entscheidung gekommen, dass der Spielbetrieb auf dem Kunstrasenplatz bis zum Saisonende unter Auflagen möglich ist: Zum einen muss der bespielbare Bereich durch das Verschieben der Außenlinien um einen Meter verkleinert werden, so dass die größten Platzschäden außerhalb der Spielfläche liegen. Darüber hinaus erfolgte die Freigabe unter der Bedingung, dass die vom Bezirksamt für 2015 beschlossene Erneuerung des Platzes über das Schul- und Sportanlagensanierungsprogramm in den Sommerferien beginnen wird. Die Entscheidung, den Platz wieder freizugeben, sei für den Sport und vor allem für die vielen Kinder und Jugendlichen getroffen worden, die für den an der Brahestraße beheimateten CFC Hertha 06 auf Torejagd gehen, hieß es beim BFV.

Fakt ist: Seit Oktober 2014 war der Platz für den Spielbetrieb gesperrt. Also waren die Schäden damals als so eklatant deklariert worden, dass ein reibungsloser, unfallfreier Ablauf nicht gewährleistet werden konnte. Wäre die Entscheidung, den Platz freizugeben, in dem man den bespielbaren Bereich einfach verkleinert, naheliegend gewesen, hätte man sie bereits damals treffen können. Auch deshalb haftet der jetzigen Entscheidung ein fader Beigeschmack an. Keine Frage: Sportamt und BFV wollen es vor allem den Kindern und Jugendlichen ermöglichen, ihrer Leidenschaft nachzugehen. Eine weitere Sperrung des Platzes - bei der hohen Auslastung der anderen Spielstätten im Bezirk - hätte wohl dazu geführt, viele Partien des CFC-Nachwuchses gar nicht mehr durchführen zu können. Fakt ist aber auch, dass eine Seitenlinie keine Wand ist, die den Lauf eines Spielers jäh stoppt. Insofern muss festgehalten werden, dass das Risiko einer durch die Platzschäden erlittenen Verletzung immer noch gegeben ist.

Ausgenommen von der Genehmigung ist übrigens das Berlin-Liga-Team des CFC, da die künftige Platzgröße nicht mehr der Norm von Berlins höchster Spielklasse entspricht. Deshalb muss die Truppe um Trainer Murat Tik seine "Heimspiele" bis zum Saisonende weiterhin auf anderen Plätzen des Bezirks austragen.

Aufgrund der Haushaltssituation im Bezirk war es bis zum heutigen Tag nicht möglich, vorhandene Schäden kurzfristig zu beheben. Ergün Cakir, 1. Vorsitzender der Fußballabteilung beim CFC, kritisiert, dass er seit der Sperrung angeboten habe, diese Reparaturen vorzufinanzieren, um den Spielbetrieb aller 22 Mannschaften des CFC zu gewährleisten. Eine Vorleistung gegen Rückzahlung sei aus haftungsrechtlichen und haushaltsrechtlichen Gründen generell nicht möglich, entgegnet die zuständige Stadträtin Elfi Jantzen (Bündnis 90/Die Grünen). Darüber hinaus hätte, so die Stadträtin, die von Cakir genannte Summe in Höhe von 6000 Euro ohnehin nicht ausgereicht, um die durch Wurzelwerk entstandenen Schäden zu beheben.

Während man beim CFC nun davon ausgeht, dass die Erneuerung des Platzes spätestens zum Ende der Sommerferien im August abgeschlossen sein wird, möchte die Stadträtin nichts versprechen: "Der Verfahrensverlauf folgt den rechtlichen Vorgaben des Vergabeverfahrens. Ob Planung und reale Umsetzung kongruent sind, lässt sich nicht vorhersagen."


Michael Nittel / min
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