Endstation für S-Bahn: Zoo bis 4. August abgeschnitten

Keine Weiterfahrt: Am Bahnhof Zoo müssen S-Bahn-Nutzer umsteigen. (Foto: Schubert)

Charlottenburg. Wieder einmal ein Baustellensommer - und diesmal trifft es die City West relativ hart. Gleissanierungsarbeiten zwischen Friedrichstraße und Zoo zwingen die Berliner zu Umwegen. Oder man fährt direkt mit den nun öfter fahrenden Regionalbahnen und genießt die klimatisierten Wagen.

"Wir nennen es Schienenersatzverkehr", ruft ein freundlich aufgelegter Herr mit Schnauzer auf die Frage, wie es hier weitergeht. Er ist der Servicemann für die Anfragen derer, die immer noch nicht wissen, was seit der Nacht, als Deutschland Fußballweltmeister wurde, Stand der Dinge ist: S-Bahnen aus westlicher Richtung fahren am Bahnhof Zoo noch ein, aber nicht mehr weiter. Wer weiter nach Osten will, nimmt Entweder die U 2 Richtung Pankow, die dicht getakteten Regionalbahnen am Nachbarbahnsteig oder eben den Schienenersatzverkehr.

Wo die Busse abfahren, das ist am Boden des Bahnhofs abzulesen. Man muss nur den übergroßen Fußstapfen hinaus auf die Jebensstraße folgen, von wo alle drei Minuten ein Bus Richtung Friedrichstraße rollt. Dort geht es auf der Schiene weiter im gewohnten Betrieb.

"Wenn man Bescheid weiß, ist es eigentlich kein Problem", sagt Marianne Schulmeier achselzuckend. Als Berufspendlerin fährt sie täglich zum Bahnhof Bellevue. Und empfindet die Einschränkungen weniger beschwerlich als befürchtet. "Viele der Busse haben sogar eine Klimaanlage - anders als die S-Bahnen", findet Schulmeier sogar einen Vorteil.

Und so wird sie noch ein paar Wochen auf Reifen statt auf Schienen ans Ziel kutschiert, entlang der Stadtbahntrasse, an der die Deutsche Bahn 32 Kilometer Gleise tauscht und 2500 Tonnen Schallabsorber erneuert. 17 Millionen Euro kostet dieses Werk.

Wer möglichst zügig Richtung Bahnhof Friedrichstraße und darüber hinaus gelangen will, verlässt sich nicht auf den Bus, sondern besteigt am Bahnhof Charlottenburg oder am Zoo besser einen der Regionalzüge. Siebenmal pro Stunde verkehren sie während der Bauarbeiten und sorgen so für einen geringen Zeitverlust.

Mario Voigt, der diese Alternative auf seinem Weg zum Ostbahnhof wählt, konnte sich dank einer sinnvollen Beschilderung an den Bahnhöfen schnell auf die neue Situation einstellen. Und auch er erkennt gegenüber dem Normalbetrieb einen Vorteil. "Im Regionalzug", sagt er schmunzelnd, "kann man unterwegs auf Toilette." Außerdem arbeitet hier die Klimaanlage meist selbstverständlich. Ob die S-Bahn-Kunden bis zum 4. August wirklich zurückstecken müssen, ist also Ansichtssache.


Thomas Schubert / tsc
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