Mehr Platz zum Flanieren
Fußgängerzone Wilmersdorfer Straße temporär verlängert

Befragten Passanten anonym: Phil von Lueder und eine Mitarbeiterin von "Urbanizers".
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  • Befragten Passanten anonym: Phil von Lueder und eine Mitarbeiterin von "Urbanizers".
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Mehr Platz für Flaneure: Die Fußgängerzone Wilmersdorfer Straße wurde für zwei Tage verlängert. Mit dem Probelauf soll getestet werden, welche Folgen die Straßensperre für den Verkehr hat. Passanten wurden befragt.

Berlins älteste Fußgängerzone ist ein Stück länger geworden. Zumindest für zwei Tage. Auf 150 Metern war auf der Wilmersdorfer Straße zwischen Schillerstraße und Bismarckstraße am 9. und 10. Oktober für Autos kein Durchkommen mehr. Auch Radfahrer mussten runter vom Pedal, denn Fußgänger hatten Vorfahrt.

Testlauf kam gut an

Bei denen kam die testweise Sperrung mehrheitlich auch gut an. „Richtig so, die Blechlawine muss weg“, sagte etwa Felix, der mit dem Kinderwagen jetzt endlich mal freie Fahrt hatte. Eine andere Passantin fand den Testlauf spannend. „Mal sehen, was daraus wird.“ Natürlich gab es auch den einen oder anderen kritischen Kommentar. „Aber dafür machen wir das Ganze ja“, sagte Phil von Lueder. „Im echten Feldversuch die Stimmung einholen, um zu erfahren, wie das angenommen wird."

Passanten wurden befragt

„Wir“, das sind die „Urbanizers“, ein Büro für städtische Konzepte. Phil von Lueder ist einer der Projektleiter. „Urbanizers“ führte den Versuch im Rahmen einer Studie zur Aufwertung der Rad- und Fußverkehrsinfrastruktur in der Wilmersdorfer Straße im Auftrag des Bezirksamtes durch. Daran beteiligt ist auch das Städtebaubüro „Spath & Nagel“. Ziel der temporären verlängerten Fußgängerzone ist es herauszufinden, welche Folgen das für den Verkehr hat, und wie das bei den Passanten ankommt. Was für eine bessere Aufenthaltsqualität getan werden müsste, und vor allem, ob eine dauerhafte Verlängerung der Fußgängerzone auf der Wilmersdorfer wirklich Sinn macht. Phil von Lueder und andere Mitarbeiter von „Urbanizers“ verteilten deshalb vor Ort Fragebögen an die Fußgänger. Innerhalb von zwei Stunden hatten sie bereits knapp 66 zusammen. „Es kamen auch viele Nachfragen, zum Beispiel zum Lieferverkehr für die Geschäfte“, sagte Phil von Lueder. Der sei natürlich auch in einer Fußgängerzone erlaubt, nämlich täglich bis 11 Uhr vormittags.

Im Vorfeld der temporären Sperre wurden auch die rund 30 anliegenden Gewerbetreibenden und deren Kunden befragt, was sie von einer steten Fußgängerzone zwischen Schillerstraße und Bismarckstraße halten. Auch hier ist das Feedback laut „Urbanizers“ grundsätzlich positiv gewesen – sofern der Lieferverkehr erlaubt bleibt.

"Die Wilmersdorfer Straße muss
deutlich aufgewertet werden"

Der Testlauf geht auf einen Beschluss der Bezirksverordneten zurück. Die hatten das Bezirksamt aufgefordert, die Verlängerung der Fußgängerzone in der Wilmersdorfer Straße zu prüfen. Das gab daraufhin besagte Studie in Auftrag. „Die Wilmersdorfer Straße muss in den nächsten Jahren deutlich aufgewertet werden,damit sie wieder attraktiver wird“, sagte Baustadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne). Dazu gehöre auch, das Verkehrschaos zwischen Schiller- und Bismarckstraße zu beenden. „Ob die Verlängerung der Fußgängerzone dafür ein geeigneter Weg ist, untersuchen wir jetzt.“ Die Entscheidung dazu soll laut Stadtrat Anfang nächsten Jahres getroffen werden. Die Ergebnisse der zweitägigen Sperre als Voruntersuchung wertet „Urbanizers“ jetzt aus. „Der Bericht geht dann ans Bezirksamt und die BVV“, informierte Geschäftsführer und Projektleiter Gregor Langenbrinck.

Auch der Tauentzien war
für drei Stunden gesperrt

Rote Stoppzeichen für Autofahrer gab es am Sonnabend, 10. Oktober, auch rund um den Tauentzien. Dort veranstaltete die Initiative "Stadt für Menschen" unter dem Motto „Tauentzien autofrei“ einen bunten Aktionstag mit Café, Bobbycar-Rennen, Cargobikes zum Ausprobieren und grüner Plantage mitten auf der Straße. In der „Speaker’s Corner“ konnte mit Stadtplanern, Verkehrsexperten, Baustadtrat und Politikern diskutiert werden. Dazu gab’s im Kiezlabor Workshops, einen Jugendspace und ein symbolisches Tauziehen. „Für drei Stunden wollten wir zeigen, wie schön der Tauentzien sein kann, wenn er den Menschen zur Verfügung steht“, sagte Initiativensprecher Matthias Dittmer. Vom Bahnhof Zoo bis zur Gedächtniskirche zu Fuß, ohne Autoverkehr und Ampeln, das sei wahrlich ein innerstädtisches Paradies. „Wir wollen, dass der Breitscheidplatz zu den schönsten Plätzen Berlins gehört.“ Aber auch den Kurfürstendamm und die Budapester Straße will die Initiative in die planerische Umgestaltung des Stadtbilds einbezogen wissen.

Autor:

Ulrike Kiefert aus Mitte

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