Im „Chic“ tüfteln sich Startups zum Durchbruch

Nie mehr umknicken: Lisa Paus lässt sich von Jungunternehmer Max Müseler (l.) erklären, wie ein kleine Erfindung Fußverletzungen verhindern kann. Foto: Thomas Schubert (Foto: Thomas Schubert)

Charlottenburg. Schon jetzt ein Hafen für junge Unternehmen – und derzeit im Ausbau begriffen: Das Charlottenburger Innovations-Centrum „Chic“ eröffnet im September einen zweiten Trakt. Mit der Grünen-Abgeordneten Lisa Paus verschaffte sich die Berliner Woche vorab ein erstes Bild.

Es ist nicht so, dass man den schrankförmigen Apparaturen ansehen könnte, welche Revolution sie vielleicht lostreten. Wer als Laie in die kleine Halle der Firma „Betterguards“ tritt, wird eher den Eifer in den Gesichtern junger Frauen und Männer bemerkenswert finden, die Begeisterung am Neuen.

In seiner Hand hält Mitbegründer Max Müseler ein längliches, elastisches Etwas. Das Utensil, das Sportler in Zukunft davor bewahren soll, am Fußgelenk umzuknicken. Zeitenwende für die Turnschuh-Industrie? Schon möglich. „Wir haben bereits fünf Patente angemeldet“, verrät Müseler, der als leidenschaftlicher Sportler die Gefahren von Fußverletzungen bestens kennt.

Das Innovations-Centrums „Chic“ wird der Nachwuchsfirma auch weiterhin den Nährboden bieten, um den so genannten „Adaptor“ bis zur Serienreife zu bringen.
Fotos von den Forschungsapparaturen? Bitte nicht! Was junge Talente im „Chic“ aushecken, könnte jenseits der Labortüren die Welt verändern. Oder wenigstens einen Zweig der Wirtschaft. Hier arbeiten Spezialisten an der Früherkennung von Alzheimer, sie entwickeln besonders energiesparende Prozessoren, sie erproben Diagnoseverfahren, die Ärzten der Charité vielleicht schon bald neue Behandlungsmöglichkeiten für Leberkranke eröffnen.

Wenn die klügsten Köpfe unter förderlichen Bedingungen nur lange genug nachdenken können, dann werden sie den Durchbruch feiern. Es ist diese Zuversicht, die dem Innovations-Centrum zugrunde liegt. Das „Chic“ – ein Brutkasten vermarktbarer Ideen.

Zunächst eröffnete auf dem Gelände des Campus Charlottenburg im Jahre 2011 ein erster Bauabschnitt von 1500 Quadratmetern in der Marie-Elisabeth-Lüders-Straße 1.
Und in diesem Herbst wird es sich begeben, dass die Arbeiten im zweiter Trakt mit 5500 Quadratmetern Fläche zum Ende kommen. Als neue Adresse erscheint dann in der Landschaft des jungen Unternehmertums die Bismarckstraße 10-12.

Wie es um den Ausbau steht, davon überzeugte sich die Abgeordnete Lisa Paus (Bündnis 90/Grüne) nun bei einer Vorabvisite. Und Geschäftsführer Roland Sillmann gab bei seiner Einführung auch eine Erklärung ab, weshalb für deutsche Gründer an Berlin kaum ein Weg vorbeiführt: „Man findet hier einen höchst innovativen Spirit“, beschreibt er das Klima. „Auch die Süddeutschen merken, das hier in Berlin etwas passiert. Und sie wollen selbst herausfinden, was es ist.“

Natürlich gibt es zudem noch handfestere Gründe, warum die Innovations-Zentrum Berlin Management GmbH – kurz: IZBM – andauernd Neuansiedlungen gelingen, ob nun in den beiden Gründerzentren Adlershof oder am Campus Charlottenburg im „Chic“. Vor allen Dingen geschieht hier der Zugang zu Talenten auf einem immer noch sehr moderaten Lohnniveau. „Gründer stehen auf niedrige Kosten“, bringt es Sillmann auf den Punkt.

Also unterstützt man sie bei der Beschaffung von Fördergeldern, vermietet ihnen bezahlbare Räumlichkeiten, in denen vom Strom bis hin zur schnellen Internetverbindung alles sofort vorhanden ist. Schon vor dem eigentlichen Start des zweiten „Chic“-Trakts sind die neuen Räume bereits zu 70 Prozent voll. 18 Firmen zogen binnen acht Wochen ein. Wessen Idee den Durchbruch bringt? Eine Frage des Eifers und eine Frage der Zeit. tsc
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