Nabu: Ohne grüne Elisabethaue wird in der City die Luft knapp

Berlin: Elisabethaue |

Blankenfelde. In der Diskussion über die Bebauung der Elisabethaue meldet sich jetzt der Naturschutzbund Berlin (Nabu) zu Wort. Er fordert vom Senat, auf eine Bebauung zu verzichten.

In einer Erklärung wirft der Nabu dem Senat vor, gegen selbst formulierte Grundsätze zu verstoßen. Außerdem nehme man bewusst in Kauf, dass sich mit der Bebauung der Felder das Stadtklima verschlechtere. Vertreter der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung unterzeichneten kürzlich eine Absichtserklärung mit den Wohnungsbaugesellschaften Howoge und Gesobau über den Bau von 5000 Wohnungen auf der etwa 70 Hektar großen Fläche zwischen Blankenfelde und Französisch Buchholz.

Bebauung widerspricht Koalitionsvertrag

Die Berliner Regierungsparteien hätten sich aber in ihrem Koalitionsvertrag in Grundsätzen darauf geeinigt, überdimensionierte Oberflächenversiegelung durch Bauvorhaben zu vermeiden und Freiräume für biologische Vielfalt zu erhalten, erklärt Anja Sorges, die Geschäftsführerin des Nabu Berlin. Daran halte man sich jetzt nicht.

„Es ist auch für uns unstrittig, dass die Hauptstadt neuen, bezahlbaren Wohnraum benötigt“, so Sorges weiter. „Aber wir Naturschützer lehnen es ab, dass aus reiner Bequemlichkeit die erstbeste große Freifläche genommen wird, die den Planern in den Sinn kommt.“ Die Bezirksverordnetenversammlung von Pankow habe bereits im Juni 2014 im Rahmen der Diskussion über den Stadtentwicklungsplan Wohnen auf alternative Flächenpotenziale hingewiesen, die eine Bebauung der Elisabethaue unnötig machen würden.

Mit einer Bebauung werde außerdem der Stadtentwicklungsplan Klima ad absurdum geführt. „Der Elisabethaue kommt eine stadtklimatische Bedeutung für Pankow und Prenzlauer Berg zu“, erläutert Anja Sorges. „Über sie erfolgt die Frischluftversorgung für die verdichteten, weiter innerstädtisch liegenden Bereiche. Gerade bei den prognostizierten steigenden Sommertemperaturen ist eine ausreichende Frischluftversorgung für diese Gebiete wichtig.“

Deshalb versteht der Nabu auch nicht, dass der Senat kein unabhängiges Gutachten zur Prüfung des ökologischen Werts dieser Fläche als Entscheidungshilfe beauftragt hat. Dann wäre klar geworden, warum die Elisabethaue nicht bebaut werden dürfe, meint Sorges. BW
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