Richtfest für neues Domizil des Jugendclubs „Betonoase“

(Foto: Berit Müller)
 
In einem Flachbau im Dolgenseekiez treffen sich künftig Kinder, Jugendliche und Familien. Im April 2018 soll die Betonoase Nummer zwei fertig sein. (Foto: Berit Müller)

Seinen Namen und seine Angebote soll der Jugendclub behalten – seine Bleibe nicht: Die „Betonoase“ in der Dolgenseestraße 11a zieht nächstes Jahr in ein nagelneues Haus um. Jetzt feierten Bezirksamt, Bauleute und Besucher das Richtfest für die Betonoase Nummer zwei.

Ans Baugeschehen dürften sich die Nachbarn inzwischen einigermaßen gewöhnt haben. Seit dem ersten Spatenstich im Mai dieses Jahres sind auf dem Grundstück an der Dolgenseestraße 60a tagein, tagaus Handwerker und Maschinen im Einsatz. Seltener versammeln sich dort Menschen, die nicht mit schwerem Gerät hantieren, sondern Reden lauschen und Sektgläser schwenken. Weshalb aus den Fenstern des Zehngeschossers nebenan etliche Köpfe ragen.

Die neugierigen Blicke gelten dem Richtfest für ein neues Kinder-, Jugend- und Familienzentrum im Friedrichsfelder Kiez. Seit dem 8. November steht der Rohbau der künftigen „Betonoase“. Aus dem Dienstleistungswürfel ein paar Schritte weiter zieht der Jugendclub im kommenden Jahr aus und in den Neubau um. Denn am alten Ort plant der Investor OIB Projekt 23 ein Wohnungsbauprojekt mit zwei Zehngeschossern und Gewerberäumen (Wir berichteten).

Rund zwei Millionen Euro kostet der bungalowartige Flachbau, der auf einem bezirkseigenen Grundstück an der Fußgängerzone entsteht. 300 000 Euro steckt der Bezirk in das Projekt, den Rest finanziert das Land Berlin aus seinem Programm Stadtumbau Ost. „Aus diesem Topf haben wir seit 2002 bereits 14 Millionen Euro für Vorhaben in diesem Viertel investiert“, berichtet Hendrik Hübscher von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung beim Richtfest.

Mit dem Projekt beauftragt hat das Bezirksamt das Berliner Planungsbüro Gruber + Popp Architekten, bekannt für innovative Gebäudekonzepte. Es setzt beim Bau sogenanntem Infraleichtbeton ein, der vor Ort gegossen wird. Der hochmoderne Baustoff enthält Tonkügelchen – wie im Hydrokulturblumentopf – und erlaubt Betonkonstruktionen ohne Wärmedämmung, die bei etwa 50 Zentimeter Wandstärke dennoch Passivhausstandard erreichen: keine Überhitzung im Sommer, kein Auskühlen im Winter.

Infraleichtbeton ist allerdings so neu, dass beim Baustart noch gar keine offizielle Zulassung vorlag – so war für die „Betonoase“ eine Spezialgenehmigung von der Senatsverwaltung nötig.

Mit dem Neubau an der Dolgenseestraße 60a entsteht auf 260 Quadratmetern ein modernes Freizeitzentrum, das nicht nur dem Jugendclub Platz bieten wird. Auch der Verein „Berliner Familienfreunde“ zieht mit ein. Seine Angebote richten sich an Eltern mit Kindern im Alter bis zu sechs Jahren. Insgesamt soll die neue „Betonoase“ damit Freizeitspaß für rund 100 Kinder und Jugendliche aus dem Kiez bieten - und zwar nicht nur drinnen, sondern auch in einem Garten am Haus.

„Besonders schön und wichtig finde ich, dass künftig auch Kinder mit Behinderungen hier einen Ort haben werden, der ihnen Freiräume bietet und Angebote macht“, sagt Jugendstadträtin Katrin Framke (Die Linke). Und Bürgermeister Michael Grunst (Die Linke) hat noch einen Tipp für die künftigen Nutzer. Mit Blick aufs große Bauprojekt nebenan, dass bei den Anwohnern umstritten ist, rät er: „Befreundet Euch rasch mit den Nachbarn!“
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