Jahrzehntelange Brache wird wieder genutzt
Gewobag und Gäste feiern Grundsteinlegung für das neue Dolgensee-Center

Gaben mit Tröten ein symbolisches Startsignal für ein "fliegendes Badezimmer": MBN-Bauunternehmen-Vorstand Jens Böhm, Klaus Off, die Gewobag-Vorstandsmitglieder Snezana Michaelis und Markus Terboven, Katrin Lompscher und Michael Grunst.
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  • Gaben mit Tröten ein symbolisches Startsignal für ein "fliegendes Badezimmer": MBN-Bauunternehmen-Vorstand Jens Böhm, Klaus Off, die Gewobag-Vorstandsmitglieder Snezana Michaelis und Markus Terboven, Katrin Lompscher und Michael Grunst.
  • Foto: Berit Müller
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Jahrzehntelangem Stillstand folgte eine langwierige Planungsphase inklusive Anwohnerprotesten und Lösungssuche am Runden Tisch. Nun soll es vergleichsweise schnell gehen. Bis Ende 2020 entsteht in Friedrichsfelde das neue Dolgensee-Center. Die Grundsteinlegung feierte die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewobag mit Projektpartnern und Gästen am 17. September.

678 Wohnungen, die Hälfte zu geförderten Mieten ab sechs Euro und rund ein Drittel barrierefrei; 6000 Quadratmeter Gewerbefläche für Einzelhändler und Dienstleister, eine Kindertagesstätte, eine gestaltete Promenade, ein Investitionsvolumen von 127 Millionen Euro: Das neue Dolgensee-Center im gleichnamigen Straßenkarree zählt zu den Großbauvorhaben in Lichtenberg. Gerade gegen die Dimension des Wohnungsbaus hatte es im Vorfeld deutliche Kritik gegeben, vor allem aus der Nachbarschaft.

Viele monierten die zu hohe und zu dichte Bebauung. An Form und Umfang des Projekts änderte aber auch ein eigens einberufener Runder Tisch mit Anwohnern, Bezirksverordneten und Bauverantwortlichen wenig. Die Lichtenberger Bezirksverordnetenversammlung (BVV) segnete das Vorhaben schließlich ab. Nach Abriss des alten Supermarktes und Teilen des Dienstleistungszentrums haben die Arbeiten am Neubau-Ensemble im Mai begonnen.

Geplant sind drei Abschnitte, wie Projektentwickler Klaus Off anlässlich der Grundsteinlegung erläuterte: „Die ersten 180 Wohnungen sollen schon Ende 2019 fertig sein. Dank vorgefertigter Badzellen hoffen wir, den Zeitplan trotz einiger Startschwierigkeiten einzuhalten.“ 831 bereits komplett mit Dusche oder Badewanne, WC, Armarturen und Fliesen bestückte Nasszellen-Module in unterschiedlichen Größen und Grundrissen kommen in den Zehngeschossern zum Einsatz.

Mit Blick auf die Sorgen der Anwohner verwies Off auf „Geschenke“ im Projektpaket: die zusätzliche Kita zum Beispiel und den 20 Meter breiten, autofreien Erholungsbereich. „Wir versprechen außerdem, die Einschränkungen während der Bauzeit so gering wie möglich zu halten. Wir wünschen uns ein lösungsorientiertes Miteinander, wenn es Probleme gibt.“ Der Entwickler betonte ferner, dass sich alle wichtigen Mieter der Gewerbeinheiten – Arztpraxen, Friseur, Apotheke, Gaststätte, Supermarkt – auch für das künftige Dolgensee-Center entschieden hätten.

Von einem neuen „Anker für Friedrichsfelde“ sprach Senatorin Katrin Lompscher (Die Linke) am Grundstein: „Eine jahrzehntelange Brache wird endlich wieder genutzt. Mit den hier entstehenden, zur Hälfte mietpreisgebundenen Wohnungen leistet die Gewobag als eine der sechs landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften einen weiteren Beitrag dazu, dass die Berliner Mischung auch künftig erhalten bleibt.“

Gewobag-Vorstandsmitglied Markus Terboven stellte in Aussicht, in Lichtenberg künftig noch häufiger aktiv zu werden. In den kommenden zehn Jahren beabsichtige die Wohnungsbaugesellschaft, ihr Portfolio von derzeit 50 000 auf mehr als 60 000 Wohnungen zu erweitern. „Wir wollen bis zu 20 Prozent dieser Wachstumsstrategie in Lichtenberg realisieren“, so Terboven. Als Beispiel nannte er das Projekt „Mein Falkenberg“ im Norden des Bezirks mit rund 600 Wohnungen.

„Das ist der Beginn einer guten Partnerschaft“, stimmte Lichtenbergs Bürgermeister Michael Grunst (Die Linke) zu. „Wir finden es gut, wenn städtische Unternehmen oder Genossenschaften in Lichtenberg bauen. Der Bevölkerungszuwachs erfordert Nachverdichtungen – auch wenn das nicht allen gefällt. Es gilt immer, die Vor- und Nachteile abzuwägen. Hier hat die Bebauung ein Maß gefunden, das in Ordnung ist. Das Projekt Dolgensee-Center steht sinnbildlich für einen nachhaltigen und vor allem sozialen Wohnungsbau in unserem Bezirk.“

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