Neuer Chef auf der Ostkreuz-Baustelle

Am Bahnhof Warschauer Straße stockte der Neubau der neuen Bahnofshalle in den vergangenen Monaten. (Foto: Thomas Frey)

Friedrichshain. Mitten in einem Großprojekt wird eigentlich selten der führende Kopf ausgetauscht. Auf der Mammutbaustelle Bahnhof Ostkreuz ist das aber passiert.

Seit 1. Juni ist dort Mario Wand nicht mehr Chef. Er war seit Beginn im Jahr 2007 für den Umbau verantwortlich.
Der Wechsel sei aus rein betriebsorganisatorischen Gründen erfolgt, erklärt Bahnsprecher Michael Baufeld. Im Konzern habe es einige Umstrukturierungen gegeben. Nur sie und nicht andere Gründe hätten zur Abberufung von Mario Wand geführt, beteuert der Sprecher. Er wird jetzt eine Bahnbaustelle in Sachsen betreuen.
Baufeld sieht auch kein Problem darin, sozusagen mitten im Galopp das Pferd auszutauschen. „Dass jemand ein Projekt fast zehn Jahre begleitet ist bei uns eher die Ausnahme.“ Zu dem bleibe ja das weitere Team am Ostkreuz erhalten.

Und seinen Nachfolger habe Mario Wand in den vergangenen Monaten eingearbeitet.
Der heißt Alexander Jung und war laut Baufeld unter anderem auf Deutschlands derzeit größter Bahnvorhaben Stuttgart 21 tätig. Der Neue werde zeitnah vor allem den verschiedenen Bürgerinitiativen rund ums Ostkreuz vorgestellt.
Dort wird der Abgang von Mario Wand bedauert. Das sagt zumindest Tobias Trommer, einer der Aktivisten. „Bei allen Differenzen in der Sache war persönlich mit ihm immer gut auszukommen.“ Wand habe sich regelmäßig den Initiativen oder bei Bürgerversammlungen gestellt und über den Stand des Umbaus informiert. Von seinem Nachfolger wird gleiches erwartet.
Der hat auch sonst einiges zu tun. Zwar steht am Ostkreuz aktuell der bereits einmal verschobene Zeitplan, der die Fertigstellung Ende 2017 vorsieht. Dafür gab es zuletzt Probleme mit dem Neubau der Bahnhofshalle an der Warschauer Straße. Auch dieser Bereich gehört zu diesem Großvorhaben.

Bei den Planungen für das Gebäude seien Fehler festgestellt worden, sagt Michael Baufeld. Weshalb bisher, außer dem Aufstellen eines Baugerüstes, wenig passiert ist.
Und weil sowieso an die ursprünglichen Skizzen herangegangen werden musste, seien sie auch an anderen Stellen etwas verändert worden. Das habe vor allem die vorgesehene Ladenzeile in der Halle betroffen. Weiter keine Chance hatte dagegen der vom Bezirk geforderte Fahrradparkplatz auf dem Dach. Er hätte einen zu großen Einriff in das gesamte Verfahren bedeutet.
Voraussichtlich ab Spätsommer sollen der Bau dort beginnen und 2017, satt wie ursprünglich geplant 2016, fertig sein. Parallel zum Ende der Arbeiten am Ostkreuz.

tf
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