SEZ Landsberger Allee soll durch Neubau ersetzt werden

Die Tage des SEZ an der Landsberger Allee sind offensichtlich gezählt? (Foto: Frey)

Friedrichshain. Unter den Bauanträgen, mit denen sich der Stadtplanungsausschuss in seiner jüngsten Sitzung beschäftigte, war auch die Adresse Landsberger Allee 77. Dahinter verbirgt sich das Sport- und Erholungszentrum (SEZ).

"Der Eigentümer Rainer Löhnitz hat Anträge für einen Abriss des Gebäudes sowie für einen Neubau gestellt", erklärte Matthias Peckskamp, Leiter des Stadtplanungsamtes. Anstelle des alten Gebäudes soll ein Komplex, aus Sport-, Wellness- und Gesundheitsangeboten sowie Wohnungen, sowohl für Studenten als auch für Familien, entstehen.

Ein Verschwinden des SEZ kann der Bezirk nicht verhindern, wie Baustadtrat Hans Panhoff (B 90/Grüne) schon vor einiger Zeit deutlich machte. Einflussmöglichkeiten, so hofft er, gebe es aber bei den Neubauplänen. Die müssten zum einen innerhalb der Kubatur des bisherigen Bestandes erfolgen, was anscheinend nicht der Fall ist.

Außerdem will der Stadtrat einen Bebauungsplan aufstellen. Allerdings ist nicht sicher, ob er damit durchkommt. Denn möglicherweise pocht der Eigentümer auf Paragraph 34 des Baugesetzbuchs. Der verlangt lediglich, dass sich ein Neubau an den umliegenden Bestandsgebäuden orientiert. Die Entscheidung darüber liegt dann wahrscheinlich bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Bis diese Fragen aber nicht endgültig geklärt sind, sei eher nicht mit einem Abriss zu rechnen, meint Panhoff. "Schon rein logisch würde das keinen Sinn machen."

Aber klar scheint - die Tage des SEZ scheinen gezählt. Das 1981 eröffnete Gebäude war eines der Vorzeigeobjekte der DDR. Sein Herzstück war die riesige Schwimmhalle. Weil der Komplex auch nach der Wende immer ein Zuschussgeschäft blieb, wurde er samt Grundstück 2003 an den Leipziger Unternehmer Rainer Löhnitz für den symbolischen Preis von einem Euro verkauft. Versprochen wurde damals vor allem die Wiederinbetriebnahme des Hallenbades binnen fünf Jahren. Was aber nie passierte. Nicht nur deshalb sorgte der Verkauf seither immer wieder für Kritik. Erneut nachzulesen ist sie auch in der aktuellen Schwarzbuch-Ausgabe des Bundes der Steuerzahler.


Thomas Frey / tf
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