Linke-Kandidat Pascal Meiser will Bundestagswahlkreis direkt gewinnen

Pascal Meiser, eingerahmt von Bernd Riexinger und Katina Schubert. (Foto: Thomas Frey)

Friedrichshain-Kreuzberg. Die Linkspartei hat am 3. März offiziell ihren Bewerber für die Bundestagswahl im Wahlkreis Friedrichshain-Kreuzberg/Prenzlauer Berg-Ost bestimmt. Es ist, wenig überraschend, Pascal Meiser.

Der Bezirksvorsitzende von Friedrichshain-Kreuzberg war der einzige Kandidat. Er will Nachfolger von Halina Wawzyniak werden, die, wie berichtet, aus gesundheitlichen und persönlichen Gründen nicht mehr antritt.

Meiser erhielt 57 der 67 abgegebenen Stimmen, was einen Anteil von etwas mehr als 85 Prozent bedeutet. Acht Vertreter votierten mit Nein, zwei enthielten sich.

Spannender als die Wahl war das Drumherum der Veranstaltung. Das galt zunächst für den Ort, denn die Kandidatenkür fand in der Bundesparteizentrale, dem Karl-Liebknecht-Haus am Rosa-Luxemburg-Platz in Mitte statt. Neben der Landesvorsitzende Katina Schubert war sogar der Bundesvorsitzende Bernd Riexinger anwesend und hielt eine Rede. Sein Besuch machte deutlich: Auf diesen Wahlkreis blicken sogar die Genossen ganz oben ganz besonders.

Bei der Bundestagswahl 2013 hatte die Partei vier Direktmandate in Berlin errungen. Das gelte es zunächst zu wiederholen, erklärte Katina Schubert. Ein fünfter Direkteinzug sei am ehesten in Friedrichshain-Kreuzberg/Prenzlauer Berg-Ost möglich.

Pascal Meiser nahm diesen Ball auf und stürmte damit noch offensiver nach vorne. Er erinnerte daran, dass die Linken vor vier Jahren bei den Zweitstimmen bereits am stärksten abgeschnitten hätten. Nun seien die Chancen auf einen Erfolg auch bei den Erststimmen durch den Verzicht den Grünen Platzhirschs Hans-Christian Ströbele gestiegen. Denn "wir sind konsequenter, unbequemer und besser als alles, was die Grünen jemals aufstellen können". Deshalb lohne es sich zu kämpfen.

Wo er dabei die Schwerpunkte setzen will, machte der Kandidat ebenfalls deutlich. Neben dem Kampf gegen Rechtspopulisten nannte er die soziale Sicherheit, etwa die Themen Rente und Altersarmut sowie Wohnen und Mieten. Außerdem setzt Pascal Meiser auf sein lokales Kapital als Kreuzberger. Seit 20 Jahren lebt er in dem Ortsteil und ist dort aktiv und vernetzt. Auch daraus formulierte er einen weiteren Motivationsschub. "Wenn wir diesen Wahlkreis gewinnen, wäre die Linke zum ersten Mal in einem teilweise ehemaligen West-Gebiet erfolgreich." tf
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