Traglufthalle für Obdachlose

Die Traglufthalle der Berliner Stadtmission am Bahnhof Frankfurter Allee. (Foto: Thomas Frey)

Friedrichshain-Kreuzberg. Das Notübernachtungsangebot für Obdachlose ist ausgeweitet worden.

Im Rahmen der Kältehilfe stehen in den kommenden Monaten insgesamt rund 170 Plätze zur Verfügung. Das sind ungefähr 100 mehr als im Winter 2014/15.

Verantwortlich für den Zuwachs ist die Traglufthalle der Berliner Stadtmission, die in der Nähe des Bahnhofs Frankfurter Allee aufgebaut wurde. Sie bietet jeden Abend Platz für 100 Männer. In den vergangenen zwei Jahren stand die Halle auf einem Bahngelände am Innsbrucker Platz in Schöneberg. Weil es dort Bauarbeiten gibt, musste ein neuer Standort gefunden werden.

Unterm Strich bedeute dieser Umzug keine weiteren Plätze für Berlin, wohl aber für Friedrichshain-Kreuzberg, sagt Sozialstadtrat Knut Mildner-Spindler (Die Linke). Dadurch werde der Wegfall anderer Angebote ausgeglichen, die es in der Vergangenheit gegeben habe. So hatte die Stadtmission ihre Notübernachtungsstelle an der Johanniterstraße bereits 2013 aufgegeben, weil dort neu gebaut wurde.

Die weiteren etwa 60 Schlafplätze verteilen sich auf zahlreiche Einrichtungen im Bezirk. Einige davon bieten auch nur an einem bestimmten Wochentag eine Unterkunft. Etwa die evangelische Tabor-Gemeinde in der Taborstraße an jedem Dienstag. 40 Menschen können dort unterkommen. Das Nachtcafé "ObDach" in der Samariterstraße oder der Kälteschutz im Mehringhof an der Gneisenaustraße halten immer am Donnerstag jeweils etwa 25 Plätze bereit. Eine Notübernachtung nur für Frauen gibt es täglich am Segitzdamm. Sie hat 25 Schlafstellen.

Bei entsprechender Nachfrage, sprich besonders kalter Witterung, können teilweise auch noch mehr Nachtgäste aufgenommen werden oder die Ankommenden werden an eine andere Unterkunft weitervermittelt. Außerdem öffnet die BVG bei Temperaturen unter Null wieder U-Bahnhöfe für Obdachlose. Im Bezirk ist das der Bahnhof Südstern.

Er hoffe, dass in den kommenden Wochen noch weitere Übernachtungsmöglichkeiten gefunden werden können, sagt Mildner-Spindler. Und eines, so betont er, werde auf keinen Fall passieren. Nämlich, dass Obdachlose gegen Flüchtlinge ausgespielt werden. Alle, die kein Dach über dem Kopf haben, sollen einen Platz finden. Wobei gerade bei Menschen, die auf der Straße leben, die Frage bleibt, ob alle erreicht werden. Nach Angaben des Stadtrats wird in Friedrichshain-Kreuzberg von rund 1000 Personen ausgegangen. tf
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