Der Schriftsteller und Maler Matthias Hartje stellt im Haus „Kompass“ aus

Matthias Hartje bei der Auswahl der Bilder für die Ausstellung im Haus „Kompass“. (Foto: hari)
Berlin: Haus Kompass |

Hellersdorf. Matthias Hartje stellt Bilder im Haus „Kompass“ aus. Der Hellersdorfer stellt sich damit erstmals seiner unmittelbaren Nachbarschaft als Maler vor.

Matthias Hartje wohnt mit seiner Frau seit 1987 im Feldberger Ring. Er schrieb und malte zunächst, ohne dass die Öffentlichkeit davon weiter Notiz nahm. Dann erlebte der heute 55-Jährige vor zwei Jahren eine wahre Schaffensexplosion und veröffentlichte seither zehn Bücher – die meisten im Selbstverlag. Seine Bilder zeigte er aber erst Anfang dieses Jahres erstmals im Ärztezentrum Hellersdorf. Die Resonanz war so gut, dass weitere sieben Ausstellungen in privaten und öffentlichen Einrichtungen zumeist im Bezirk folgten.

Sowohl die literarischen als auch die bildkünstlerischen Arbeiten sind Ausdruck einer Biografie mit zahlreichen Brüchen. Der 1960 in Berlin geborene Hartje begann schon in der Kindheit zu malen und zu schreiben. „Meine ersten Arbeiten hat mein Vater in den Papierkorb geworfen. Der war Lehrer und fand sie nicht gut genug“, erinnert sich Hartje. Ein großes Trauma erlebte er während des Armeedienstes von 1983 von 1985 bei den Grenztruppen der DDR. Er sah mit an, wie sein Postenführer eine Frau an der Grenze erschoss. Seitdem leidet er unter einer posttraumatischen Belastungsstörung. Diese psychische Erkrankung führte dazu, dass er 2009 zum Frührentner wurde.

Von Umbrüchen geprägt war auch sein Berufsleben. Hartje lernte Filmvorführer, schulte zum Druckformhersteller um und arbeitete schließlich nach der Wende bei einem Sicherheitsdienst. Ab 2006 betreute er Demenzkranke in einer Wohngruppe.

Nebenbei schrieb und malte er weiter. Er sammelte auf Auslandsreisen neue Eindrücke. Sein schriftstellerisches Thema war und ist das "Ich", die Probleme der menschlichen Persönlichkeit mit sich selbst. Das Thema spiegelt sich von der ersten Veröffentlichung, dem „Land der Kinder“, bis zur jüngsten Neuerscheinung „Der verwelkte Mann“ wieder. Die meisten Bücher sind auch deutlich autobiografischer Natur.

Die Suche nach dem "Ich" reflektiert Hartje auch in seinen Bildern. Sie sind in Farben und Formen ausgedrückte Traumbilder und spielen vielfach mit Symbolen. Sie vermitteln einen Eindruck von Zerrissenheit und Suche nach dem wirklichen "Ich". hari

Die Ausstellung „Poesie und Aquarelle“ im Haus „Kompass“, Kummerower Ring 42, ist bis zum 3. November Mo 8.30-19, Di bis Fr 8.30-20 Uhr zu sehen. Anmeldung erbeten unter  56 49 74 01. Mehr Infos zu Matthias Hartje aufwww.poesieundaquarelle.com.
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