Bezirk informierte über Flüchtlingsheim im Allende-Viertel

Derzeit wächst an der Alfred-Randt-Straße ein Flüchtlingsheim aus Containern. Noch vor Weihnachten sollen die ersten Asylbewerber einziehen. (Foto: Ralf Drescher)

Köpenick. Seit Wochen sorgt der Bau eines Flüchtlingsheims im Allende-Viertel für Aufregung. Inzwischen versuchen auch Extremisten von der NPD, mit dem Thema Stimmung zu machen. Am 1. Dezember lud der Bezirk Anwohner zum Gespräch ein.

"Wir haben im Vorfeld 5000 Einladungen an betroffene Anwohner verschickt. Von denen haben sich 294 für unser erstes Bürgergespräch angemeldet", sagt Bürgermeister Oliver Igel (SPD). Mit der Regelung, dass nur angemeldete Anwohner unter Vorlage des Ausweises Zutritt erhalten, hatte man bereits bei Bürgerversammlungen zu den Flüchtlingsheimen an der Salvador-Allende-Straße und der Adlershofer Radickestraße gute Erfahrungen gemacht.

Irritationen gab es nur am Anfang, als ein Anwohner behauptete, Bürgermeister Igel hätte ihn und andere Bewohner als Ratten bezeichnet. Der stellte daraufhin mit dem Wortprotokoll einer Abendschau-Sendung klar, dass er diese Aussage nie gemacht hat.

Dann waren die Anwohner dran. Gefragt wurde unter anderem, was gegen Krankheiten unternommen werde. Drauf konnte die für Gesundheit und Soziales zuständige Bezirksstadträtin Ines Feierabend mitteilen, dass die Flüchtlinge während der ersten drei Monate in einer Erstaufnahmeeinrichtung medizinisch untersucht würden und dabei auch der Impfstatus geprüft werde. Gefragt wurde auch, ob die Kinder zur Schule gehen. Darauf gab es die Auskunft, dass die nahe Müggelschlösschen-Grundschule vier Lerngruppen und die Flatow-Oberschule zwei Lerngruppen für je zwölf Schüler einrichten, da Schulpflicht auch für Flüchtlingskinder besteht.

Interesse bestand auch am Mitarbeiterschlüssel der Einrichtung. Hier konnte Heimleiter Peter Hermanns vom Internationalen Bund mitteilen, dass neben ihm noch fünf Personen, darunter zwei Erzieher, ein Verwaltungsangestellter und ein Hausmeister für die Betreuung der Flüchtlinge da sein werden. Außerdem teilte er mit, dass man sich bemühen werde, interessierten Anwohnern vor dem Einzug der Bewohner einen Blick ins Heim zu ermöglichen. Noch vor Weihnachten sollen die ersten Flüchtlinge kommen.

Es gab aber auch Fragen, die beim Publikum auf Verwunderung stießen. So wollte eine Anwohnerin wissen, was in Sachen Fortpflanzung getan würde, da viele der Flüchtlinge doch keine Verhütungsmethoden kennen würden. Verwundert teilte Carola Schütz vom Landesamt für Soziales mit, dass man sich da natürlich nicht einmische.

Bei dem Bürgergespräch kamen alle zu Wort, die sich gemeldet und an den beiden Saalmikrofonen angestellt hatten. Keine Frage wurde abgewürgt und wer eine weitere hatte, kam nach erneutem Anstellen wiederholt zu Wort. Nach zwei Stunden wurde die Versammlung ohne Vorkommnisse beendet, die vorsorglich angereisten Polizisten konnten in ihrer Statistenrolle bleiben.


Ralf Drescher / RD
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