Salvador-Allende-Brücke: Termin für den Neubau kann nicht gehalten werden

Die fast 35 Jahre alte Salvador-Allende-Brücke muss durch einen Neubau ersetzt werden. (Foto: Ralf Drescher)
Berlin: Allende-Brücke |

Köpenick. Eigentlich sollte im Herbst der Neubau der Salvador-Allende-Brücke beginnen. Wie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt jetzt mitteilte, kann dieser Termin jedoch nicht gehalten werden.

Harald Moritz, Abgeordnetenhausmitglied von Bündnis 90/Die Grünen aus dem Bezirk, hatte nach dem Stand der Planungen gefragt. Die Vorplanungen sollten eigentlich schon im Frühjahr erledigt sein.

„Die Planungsarbeiten zum Neubau sind nicht im Frühjahr abgeschlossen worden. Die Ergebnisse der Vorplanungen zeigen eine deutliche Steigerung der Kosten gegenüber der Bedarfsanmeldung, sie betragen 31,5 Millionen Euro“, teilt Verkehrsstaatssekretär Christian Gaebler von der Senatsverwaltung dem Abgeordneten in der schriftlichen Antwort mit.

Ursprünglich war der Neubau der maroden Brücke mit 15,5 Millionen Euro veranschlagt. In einer Pressemeldung zur halbseitigen Sperrung im Februar 2014 war die Senatsverwaltung noch von dieser Bausumme ausgegangen und hatte den Neubau für 2015 bis 2017 angekündigt. „Ein Brückenneubau sollte professioneller vorbereitet werden. Hier haben sich bereits in der Vorplanung die Kosten verdoppelt. Was soll dann denn am Ende auf der Schlussrechnung stehen?“, fragt Harald Moritz.

Mit der Kostensteigerung haben sich auch alle bisherigen Zeitpläne erledigt. Nun muss die neue Rechnung der Senatsverwaltung für Finanzen, dem Hauptausschuss im Abgeordnetenhaus und dann zur Abstimmung dem Landesparlament vorgelegt werden. „Eine Terminschiene der Planungsphasen und der Abschluss der Planungsarbeiten können somit nicht bestimmt werden“, teilt Staatssekretär Gaebler am Ende seines Schreibens mit.

Die Salvador-Allende-Brücke wurde 1981 errichtet, sie ist eine der wichtigsten Spreequerungen im Raum Köpenick. Rund 30 000 Fahrzeuge fahren hier täglich über den Fluss. Weil die Brücke durch den sogenannten Betonkrebs, eine chemische Reaktion, geschädigt ist, wird sie seit Jahren besonders überwacht. Nachdem sich Risse in der westlichen Hälfte verbreitert hatten, musste dieser Teil am 21. Februar 2014 komplett gesperrt werden. Seitdem wird der Verkehr jeweils einspurig über die verbleibende Brückenhälfte geführt. Sollte auch dieser Teil aus Sicherheitsgründen gesperrt werden, wäre das Verkehrschaos rund um Köpenick vorprogrammiert.

RD
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