Senat feiert Richtfest für Modulare Flüchtlingsunterkünfte an der Leonorenstraße

In den vier Gebäuden der Modularen Unterkunft Leonorenstraße sollen 450 Menschen ein neues Zuhause finden. (Foto: K. Rabe)
Berlin: MUF Leonorenstraße |

Lankwitz. 450 geflüchtete Menschen sollen im kommenden Frühjahr in Modularen Unterkünften für Flüchtlinge (MUF) an der Leonorenstraße, Ecke Siemensstraße ein neues und besseres Zuhause finden. Jetzt wurde erst einmal Richtfest gefeiert.

Als 2015 tausende Menschen aus Kriegs- oder Armutsregionen in Berlin eine bessere Heimat suchten, war niemand wirklich darauf vorbereitet. „Es bestand großer Handlungsbedarf, das Problem zu lösen“, betonte Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher anlässlich des Richtfestes. Daher wurde ein Typenentwurf für eine dauerhafte und nachnutzbare Flüchtlingsunterkunft in modularer Bauweise entwickelt. Insgesamt entstehen in Berlin zehn MUF mit rund 4500 Plätzen, sechs Standorte sind schon fertig, vier davon bereits bezogen. Die modulare Bauweise habe sich bewährt, so Lompscher. Sie sei sowohl Zeit sparend als auch flexibel.

An der Leonorenstraße sollen 450 Menschen leben. Die vier Gebäude wurden mit drei Vollgeschossen der Umgebung angepasst. Neben den drei Wohnhäusern entsteht ein Funktionsgebäude mit Pförtner sowie Multifunktions- und Schulungsraum, Beratungsräumen, Waschmaschinen- und Lagerräumen. Nach Fertigstellung der Häuser werden die Außenanlagen gestaltet und Spielplatz, Dorfplatz, Ballspielfeld und Pflanzbeete angelegt. Für die Unterkunft Leonorenstraße wurde außerdem ein Kunst am Bau-Wettbewerb ausgelobt. Zwei Preisträger sind mit der Ausführung beauftragt.

Wenn die Gebäude nicht mehr für die Flüchtlingsunterbringung gebraucht werden, können sie als normale Wohnhäuser oder Studentenwohnheime genutzt werden. Sie sollen eine Lebensdauer von mindestens 100 Jahren haben.

Der Standort in Lankwitz sorgte im Vorfeld für Protest. Um auf dem Grundstück die Unterkünfte bauen zu können, mussten 200 alte und zum Teil schützenswerte Bäume gefällt werden. Die Anwohnerproteste konnten das nicht verhindern. Das Verwaltungsgericht hatte per Eilverfahren verfügt, dass die Unterkunft auf dem Grundstück des landeseigenen Klinikkonzerns Vivantes gebaut werden darf. Die Gesamtkosten für das Bauvorhaben Leonorenstraße betragen rund 21 Millionen Euro. KaR
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