Vandalismus im Naturschutzpark: Aussichtsplattform musste abgebaut werden

Wegen Verletzungsgefahr musste die Aussichtsplattform auf dem Marienfelder Alpengipfel komplett abgebaut werden. (Foto: B. Lindner)

Marienfelde. Es geschah vor vier Wochen in der Nacht vom 19. zum 20. April: "Ein paar Irre haben offenbar in Hitlers Geburtstag reingefeiert", mutmaßt NaturRanger Björn Lindner. Die Folge: Es gab Hakenkreuzschmierereien und die Aussichtplattform auf dem sogenannten Marienfelder Alpengipfel wurde irreparabel beschädigt.

Vor einigen Tagen wurden nun die Reste der bei den Parkbesuchern beliebten und normalerweise stark frequentierten, aus Naturholz gebauten Plattform im Naturschutzpark Marienfelde abgebaut. "Die Verletzungsgefahr war einfach zu hoch", sagt Björn Lindner und fügt hinzu, dass er und seine Mannschaft von der NABU-Naturschutzstation am Diedersdorfer Weg 5 derzeit an der Umsetzung einer entsprechenden Metallkonstruktion knobeln, um Zerstörungen dieser Art künftig weitgehend auszuschließen oder zumindest erheblich zu erschweren.

Allerdings, und das ist das größte ungelöste Problem: "Das kostet natürlich Geld, das wir nicht haben und wo auch nicht wissen, wo wir es bekommen könnten", stöhnt der NaturRanger und kann nur auf Unterstützung aus den Reihen der Privatwirtschaft und von Parkbesuchern hoffen. Auf Hilfe vom Bezirksamt kann er aufgrund der aktuellen Haushaltssperre jedenfalls nicht bauen. Wie mehrfach berichtet, ist noch nicht einmal die Stelle des Rangers dauerhaft gesichert und eine Verlängerung nach Lage der Dinge wahrscheinlich auch von der Haushaltssperre betroffen.

Immerhin kümmert sich der NaturRanger seit 2007 intensiv um den Naturschutz in Marienfelde (auch über den Park hinaus) und hat das Gelände mit dem Alpengipfel auf der Spitze des einstigen Müllbergs bereits ein gutes Stück erfolgreich zum Naturschutzpark weiterentwickelt. Man kann weitläufig wandern, es werden Führungen, Veranstaltungen und Vorträge angeboten und für Schulklassen und Kitakinder gibt es die "Grünen Klassenzimmer".

Der direkt an der Stadtgrenze zu Brandenburg gelegene Naturschutzpark Marienfelde hat sich über viele Jahre auf einer einstigen und mittlerweile üppig überwachsenen BSR-Hausmülldeponie entwickelt und gilt heute als das grüne Juwel des Bezirks überhaupt. Seltene Arten von Pflanzen und Tieren haben sich angesiedelt. Besucher können zahlreiche seltene, teils sogar gefährdete, Tiere und Pflanzen ganz nah erleben. Beispielsweise Moorfrösche, Knoblauchkröten und Zauneidechsen sowie über 40 Brutvogelarten wie Pirol, Nachtigall, Teichrohrsänger, Turmfalke und Neuntöter. Dazwischen gibt es die mittlerweile seltenen Feldhasen, Rehwild, Fasane, diverse seltene Insekten und außergewöhnliche Pflanzen. "Vieles davon steht bereits auf der Roten Liste der gefährdeten Tier- und Pflanzen-Arten", so der NaturRanger.

Weitere Information unter 0170/565 51 12. www.berlin-marienfelde.de/natur/.

Horst-Dieter Keitel / HDK
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