Segeln auf Reifen: Mit sanftem Druck Sprit sparen

Schlüssel zur Sparsamkeit: Je früher Autofahrer die Gänge wechseln, desto weniger Sprit braucht der Motor. (Foto: Franziska Gabbert)

Zumindest auf dem Papier werden moderne Autos immer sparsamer. Allerdings muss man sie auch entsprechend fahren. Laut dem ADAC ist der Mensch hinterm Steuer der entscheidende Faktor für den Sprit-Verbrauch.

Effizientes Fahren bedeute: Flott beschleunigen, rasch die Gänge hochschalten, danach möglichst gleichmäßig mit niedrigen Drehzahlen im höchsten Gang fahren. Moderne Motoren bieten oft eine Segelfunktion: Nimmt der Fahrer den Fuß vom Gas, koppelt sich das Getriebe automatisch vom Motor ab. Auch gefühlvolles Anfahren und das Halten einer konstanten Geschwindigkeit reduziert den Verbrauch deutlich, sagt Rennfahrer und Fahrinstruktor Stefan Landmann. Besonders teuer sei das Fahren kurzer Strecken. Auf den ersten beiden Kilometern nach dem Kaltstart verbraucht ein normales Auto hochgerechnet auf 100 Kilometer bis zu 30 Liter Sprit.

Auch Hybrid-Fahrzeuge können bei falscher Fahrweise viel Kraftstoff verbrauchen. Der Generator zur Stromerzeugung läuft zwar über den Keilriemen permanent mit, weshalb Autofahrer darauf keinen Einfluss haben. Wenn der Generator jedoch mehr Strom erzeugen muss, braucht der Verbrennungsmotor mehr Kraft. 100 Watt entsprechen ungefähr 0,1 Litern Sprit auf 100 Kilometer.

Junge Autofahrer werden schon früh für das Sparen sensibilisiert. Seit 1994 wird ökologisches und ökonomisches Fahren in Fahrschulen gelehrt und geprüft – und zwar in der Theorie wie in der Praxis. "Die Prüfer achten auf umweltschonendes Fahren", sagt Kurt Bartels vom Fahrlehrerverband Nordrhein-Westfalen. Deshalb sind die Fahrschüler im vierten Gang besonders niedrigtourig durch geschlossene Ortschaften unterwegs. Das alles fließt bei der Prüfung in die Bewertung ein. Auch das Anfahren mit wenig Gas, das Auto rollen oder gleiten lassen, zählt zu den Übungen für einen niedrigen Kraftstoffverbrauch.

"Fahranfänger lernen effizientes Fahren sehr schnell. Für sie wird das ökonomische Fahren sofort zur Normalität – sie kennen es ja nicht anders", sagt Bartels. Manchmal wundern sich die Eltern nach einiger Zeit über den ungewohnten Fahrstil ihres Nachwuchses. "Die meisten Schüler fahren nach der Prüfung umweltbewusster und effizienter als ihre Eltern", sagt Bartels. mag
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