Bronzekinder-Skulptur steht jetzt auf dem Marion-Gräfin-Dönhoff-Platz

Bildhauerin Evelyn Hartnick-Geismeier freut sich, dass ihre Bronzeskulptur auf dem Marion-Gräfin-Dönhoff-Platz steht. Bürgermeister Christian Hanke (links) und die Vorstände der Interessengemeinschaft Leipziger Straße, Thomas Sanchez und Marija Brzorska bei der Einweihung. (Foto: Dirk Jericho)
Berlin: Marion-Gräfin-Dönhoff-Platz |

Mitte. Die Bronze-Skulptur „Fünf-Kinder-Tröpfelbrunnen“ der Bildhauerin Evelyn Hartnick-Geismeier hat nach über 30 Jahren endlich ihren Platz gefunden.

„Das ist wunderbar“, sagte die schon 85-jährige Bildhauerin Evelyn Hartnick-Geismeier bei der Einweihung ihrer Bronzeskulptur. Die spannende Geschichte der Bronzekinder findet damit ein vorläufiges Ende. Und die Künstlerin ist sehr glücklich, dass sich nun viele Passanten an dem Kunstwerk erfreuen.

Der Fünf-Kinder-Tröpfelbrunnen, wie die Skulptur mit fünf lebensgroßen Kindern unter einem Bronzeschirm heißt, steht jetzt im Marion-Gräfin-Dönhoff-Platz hinter den Spittelkolonnaden. Dietmar Kreusel von derInteressengemeinschaft Leipziger Straße/Krausenstraße (IG) hatte im November den Bericht „Bronzekinder suchen Heimat“ über das Schicksal des Kunstwerks in der Berliner Woche gelesen und sich für die Aufstellung der Skulptur auf der Grünfläche zwischen den Hochhäusern starkgemacht. „Die Skulptur ist ein weiterer Glanzpunkt im Park“, sagte IG-Vorstand Thomas Sanchez zur Einweihung, zu der viele Gäste gekommen waren, darunter SPD-Parteichef Jan Stöß und Bürgermeister Christian Hanke.

Die Idee zu den Bronzekindern hatte die Bildhauerin vor über 30 Jahren, weil in ihrem Garten immer Kinder gespielt haben, wie sie sagt. Zufälligerweise auch Andre Mille, der mit Hartnick-Geismeiers Sohn in eine Klasse ging. Mille ist Mitarbeiter im Straßen- und Grünflächenamt und hat sich dafür eingesetzt, dass die ursprünglich als Brunnen konzipierte Skulptur wieder öffentlich aufgestellt wird. Von der Skulptur wurden zu DDR-Zeiten zunächst zwei Porzellan-Figuren im Werk Krauschwitz hergestellt. Evelyn Hartnick-Geismeier war damit nicht zufrieden und beantragte beim Ministerium, die Kinder in Bronze zu gießen. Dies wurde in den 1980-er Jahren in Lauchhammer gemacht. Die Skulptur war ein Auftragswerk des Bezirks Mitte und für den Gipsdreieck-Park vorgesehen.

Weil die Wende dazwischen kam und die Aufstellung wegen der Eigentumsverhältnisse nicht mehr möglich war, wurde daraus nichts. Auch der Plan, die Skulptur vor die Musikschule am Köllnischen Park zu stellen, wurde nicht weiterverfolgt. Damit die Bronzekinder nicht im Depot verschwinden, hatte Hartnick-Geismeier darum gebeten, sie im Vorgarten ihres Hauses an der Pankower Schlossallee aufzustellen. Dort stand der Fünf-Kinder-Tröpfelbrunnen knapp drei Jahrzehnte. Kaufangebote musste die Bildhauerin immer ablehnen, weil die Skulptur dem Bezirk Mitte gehörte. 2013 wurden die Bronze-Kinder im Monbijoupark aufgestellt; als Skulptur und nicht wie einst konzipiert als Brunnen. Doch bereits nach wenigen Wochen war die Skulptur beschmiert und der Schirm völlig verbogen. Das Bezirksamt ließ das Kunstwerk restaurieren und suchte nach einem neuen Aufstellungsort. Durch den Bericht in der Berliner Woche gab es das Interesse der Anrainerinitiative Leipziger Straße. DJ
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